UBS Aktie: Zwischen Risiko und Zuflucht

Die UBS bewertet den europäischen Bankensektor aufgrund von Stagflationsrisiken neutral, während Kapitalzuflüsse in die Schweiz das Wealth-Management-Geschäft stützen könnten.

UBS Aktie
Kurz & knapp:
  • Herabstufung des europäischen Bankensektors auf Neutral
  • Stagflationsrisiko durch Nahostkonflikt und hohe Ölpreise
  • Kapitalzuflüsse aus Golfregion stärken Schweizer Finanzplatz
  • UBS-Aktie notiert deutlich unter 50-Tage-Durchschnitt

Die UBS hat gestern ihre Einschätzung für den europäischen Bankensektor von „Kaufen“ auf „Neutral“ zurückgestuft — und das in einem Moment, in dem die Branche ohnehin unter Druck steht. Der STOXX 600 Banks Index verlor seit Ende Februar fast 6 Prozent. Der Zeitpunkt der Entscheidung ist kein Zufall.

Stagflationsrisiko belastet europäische Banken

Auslöser der Neubewertung sind die makroökonomischen Folgen des eskalierenden Nahostkonflikts. US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran haben den MSCI Europe um rund 5 Prozent einbrechen lassen. Der Brent-Ölpreis pendelt um die 100-Dollar-Marke — ein Niveau, das die UBS-Analysten mit dem Risiko einer Stagflation verbinden.

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Besonders brisant: Sollte die Straße von Hormus längerfristig blockiert werden, durch die etwa 20 Prozent des weltweiten Öl- und Gastransports fließen, droht dem europäischen BIP ein Nullwachstum. Gleichzeitig schoss der Einjahres-Euribor auf 2,552 Prozent — der stärkste Tagesanstieg seit fast zwei Jahrzehnten. Das erhöht die Refinanzierungskosten für Banken spürbar. Die UBS sieht kaum Spielraum für positive Überraschungen, da europäische Bankbewertungen bereits nahe ihrem Zehn-Jahres-Durchschnitt liegen.

Schweizer Standort als Gegenpol

Auf der anderen Seite des Spannungsfelds steht ein potenzieller Vorteil für den Schweizer Finanzplatz. Krisenzeiten befeuern traditionell Kapitalzuflüsse in die Eidgenossenschaft — und Experten von Deloitte Schweiz erwarten nun mehrere Dutzend Milliarden Dollar aus der Golfregion. Bereits in den vergangenen drei Jahren stiegen die Barbestände aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in der Schweiz um rund 40 Prozent. Ende 2023 stammten 450 Milliarden Dollar der insgesamt 2,17 Billionen Dollar an ausländischen Vermögen in der Schweiz aus dem Nahen Osten und Afrika.

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Für die UBS bedeutet das: Während sie ihren eigenen Sektor skeptischer bewertet, könnte das Wealth-Management-Geschäft von genau jenen Kapitalströmen profitieren, die der Konflikt auslöst. Die Herabstufung trifft die Konkurrenz stärker — Banken, die tiefer in der Eurozone verwurzelt sind und weniger von der „Swissness“ als Stabilitätsmerkmal profitieren.

Die UBS-Aktie hat seit Jahresbeginn rund 19 Prozent verloren und notiert mit deutlichem Abstand unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 37,66 Euro. Ob die erwarteten Neugeldzuflüsse den makroökonomischen Gegenwind kompensieren können, hängt maßgeblich davon ab, wie lange der Konflikt die Energiemärkte in Atem hält.

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