UBS: Erste Parlamentsberatung Anfang Mai

Der Bundesrat verschärft die Kapitalregeln für die UBS. Das Parlament berät nun über mögliche Nachbesserungen.

UBS Aktie
Kurz & knapp:
  • Bundesrat beschließt strengere Kapitalvorschriften
  • UBS kritisiert Regulierung als übertrieben
  • Parlament debattiert über Alternativvorschläge
  • Aktie seit Jahresbeginn im Minus

Der Schweizer Bundesrat hat entschieden. UBS kämpft weiter. Zwischen diesen beiden Polen entwickelt sich ein Regulierungsstreit, der die größte Schweizer Bank noch Jahre beschäftigen wird.

Am 22. April veröffentlichte Bern seine finale Kapitaladäquanzverordnung. Der Kern: Systemrelevante Banken sollen Beteiligungen an ausländischen Töchtern künftig vollständig mit hartem Kernkapital unterlegen. Heute deckt die Hälfte. UBS beziffert den Mehrbedarf durch diese Regelung auf rund 20 Milliarden Dollar. Rechnet man bereits angekündigtes Kapital aus der Credit-Suisse-Übernahme hinzu, kommt die Bank auf einen Gesamtbedarf von rund 37 Milliarden Dollar — mit jährlichen Kapitalkosten von etwa 3 Milliarden Dollar.

UBS hält dagegen

Die Bank bezeichnet das Paket als extrem und international nicht abgestimmt. Sie wirft dem Bundesrat vor, Bedenken der Vernehmlassungsteilnehmer zu ignorieren, und prüft einzelne Aussagen der Regierungspressekonferenz auf Irreführung. Weitere Details will UBS am 29. April mit den Ergebnissen des ersten Quartals 2026 liefern.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei UBS?

Kurzfristig hält die Bank ihre Ziele aufrecht. Da keine Regelung vor 2027 in Kraft tritt, bleibt das Renditeziel von rund 15 Prozent auf das CET1-Kapital bis Ende 2026 bestehen. Auch die geplanten Kapitalrückgaben für dieses Jahr stehen nicht zur Disposition.

Parteiübergreifender Widerstand im Parlament

Das entscheidende Schlachtfeld ist jetzt Bern. SVP-Vertreter Hannes Germann warnt, der Vorschlag schieße über das Ziel hinaus und schwäche die einzige international tätige Schweizer Großbank. FDP-Mann Thierry Burkart will im Parlament nachbessern. Sein Alternativvorschlag sieht vor, dass UBS einen Teil des zusätzlichen Kapitals über AT1-Anleihen bereitstellen darf — eine für die Bank deutlich günstigere Option als reines CET1.

Anfang Mai berät ein Parlamentsausschuss erstmals nicht-öffentlich. Im Sommer folgt die Plenumsdebatte.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei UBS?

Druck von mehreren Seiten

VR-Präsident Colm Kelleher hatte vergangene Woche gewarnt, strenge Kapitalvorschriften könnten die Zukunft der Bank in der Schweiz infrage stellen. Einige Aktionäre diskutieren offen eine Sitzverlagerung in die USA oder nach Großbritannien.

Citi-Analysten sehen die Lage gespalten: Kurzfristig sende der Regierungsvorschlag ein positives Signal für Aktienrückkäufe. Langfristig entstehe ein Wettbewerbsnachteil gegenüber großen US-Banken. Die Aktie spiegelt diese Unsicherheit wider — mit einem Minus von knapp zwölf Prozent seit Jahresbeginn notiert sie deutlich unter dem Januarhoch von 41,10 Euro.

Bei reibungslosem Parlamentsverfahren muss UBS das zusätzliche Kapital bis 2035 bereitstellen. Wie viel davon tatsächlich hartes Kernkapital sein muss, hängt nun vom Ausgang der parlamentarischen Beratungen ab — und die haben gerade erst begonnen.

UBS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue UBS-Analyse vom 24. April liefert die Antwort:

Die neusten UBS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für UBS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

UBS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu UBS

UBS Jahresrendite