Ubtech Robotics treibt seine technologische Weiterentwicklung voran: Auf der World Robot Conference kündigte das Management an, die Walker-S-Serie noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 zur neuen Generation Walker S3 auszubauen.

Parallel dazu hat das Unternehmen mit METAX das Gemeinschaftsunternehmen Xixuan Chuangzhi gegründet, das Edge-Chips für Roboterkörper entwickeln soll. Der Tape-out ist für kommendes Jahr geplant, die Massenproduktion soll ein Jahr später folgen.

Die Ankündigung reiht sich in eine Serie von Technologiepartnerschaften ein, die Ubtech in den vergangenen Wochen rund um die Konferenz in Peking präsentiert hat. Bereits zuvor hatte das Unternehmen eine strategische Kooperation mit Basic Semiconductor bekanntgegeben, die sich laut Berichten auf Siliziumkarbid-Halbleiter für höhervoltige humanoide Plattformen konzentriert.

Mit der neuen Allianz mit METAX erweitert Ubtech seine Chip-Strategie nun um die Recheninfrastruktur direkt im Roboterkörper – ein Bereich, der für die Autonomie und Reaktionsgeschwindigkeit humanoider Systeme als zentral gilt.

Produktoffensive und Umsatzfokus

Auf derselben Konferenz stellte Ubtech mehrere neue Produkte vor, darunter den industriellen humanoiden Roboter Cruzr Y1, den kommerziellen Service-Roboter Walker C1 sowie den hyperbionischen humanoiden Roboter U1. Nach Medienberichten verschob das Unternehmen seine Kommunikation zunehmend in Richtung Umsatz und Folgeaufträge.

Die im Juni gestartete U1-Serie habe demnach bereits mehr als 13.000 Bestellungen über Vertriebskanäle eingesammelt, erste Auslieferungen sind für den 16. September angekündigt.

Diese Fülle an technologischen und produktseitigen Ankündigungen trifft auf ein Marktumfeld, das zuletzt von der Konkurrenz geprägt war. Berichten zufolge geriet das gesamte chinesische Robotik-Thema nach dem Börsengang von Unitree Robotics unter Druck, weil Investoren Kapital in den neuen Branchenwert umschichteten – zulasten etablierter Anbieter wie Ubtech.

Aktie erholt sich leicht, bleibt aber unter Druck

An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt stabilisiert: Am Mittwoch schloss das Papier bei 9,15 Euro, ein Plus von 2,4 Prozent. Über die vergangenen 30 Tage summierte sich die Erholung auf 3,1 Prozent.

Seit Jahresbeginn steht dennoch ein deutliches Minus von 36 Prozent zu Buche, und zum 52-Wochen-Hoch von 17,00 Euro aus dem Januar fehlen der Aktie noch 46 Prozent.

Die operative Nachrichtenlage bleibt damit dicht: Am Freitag steht ein Board-Meeting an, auf dem die Halbjahresergebnisse zum 30. Juni geprüft und verabschiedet werden sollen. Anleger dürften diesen Termin nutzen, um zu beurteilen, ob sich die zahlreichen Technologiepartnerschaften und Produktankündigungen bereits in konkreten Umsatzzahlen niederschlagen – oder ob die Substanz hinter der Ankündigungsflut noch aussteht.