Ubtech Robotics hat am Freitag Halbjahreszahlen vorgelegt, die den chinesischen Roboterbauer als Marktführer bei humanoiden Robotern bestätigen. Der Gesamtumsatz stieg im ersten Halbjahr 2026 auf 1,27 Milliarden Yuan, ein Plus von 104,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Absatz humanoider Roboter erreichte 16.123 Einheiten, ein Anstieg um 268,3 Prozent – nach eigenen Angaben weltweit die höchste Stückzahl in diesem Segment.

Besonders kräftig entwickelte sich das Geschäft mit ausgewachsenen Humanoiden: Der Umsatz in dieser Kategorie kletterte auf 590 Millionen Yuan, ein Zuwachs von 1.445 Prozent, bei einem Absatz von 921 Einheiten. Die Bruttomarge im Konzern lag bei 44,7 Prozent, ein Anstieg um 9,7 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Ubtech steckte im ersten Halbjahr mehr als 300 Millionen Yuan in Forschung und Entwicklung und hält nach eigenen Angaben 3.112 Patente. Das bereinigte EBITDA blieb mit minus 170 Millionen Yuan negativ, der Verlust verringerte sich aber um 45,9 Prozent.

Vergleich mit Unitree offenbart unterschiedliche Strategien

Die Zahlen laden zum direkten Vergleich mit dem Konkurrenten Unitree Robotics ein, der Mitte August in Shanghai an die Börse ging und dessen Aktie seither einen turbulenten Verlauf nahm.

Unitree meldete für das erste Halbjahr einen Umsatz von 1,152 Milliarden Yuan, ein Plus von 48,38 Prozent – deutlich langsamer als Ubtechs Wachstumstempo. Die Bruttomarge von Unitree sank zudem auf 56,01 Prozent von zuvor 60,7 Prozent, während der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn in beiden Quartalen des Halbjahrs zurückging.

Auch bei den Forschungsausgaben zeigt sich ein Unterschied: Unitree investierte 136 Millionen Yuan und hält 262 Patente, deutlich weniger als Ubtech. Analysten in chinesischen Medien deuten die Zahlen als Beleg für zwei unterschiedliche Strategien im Wettlauf um humanoide Roboter – Ubtech setzt stärker auf Skalierung und Produktvielfalt, während Unitree nach dem Börsengang mit hoher Bewertung und einem Kurseinbruch von rund 44 Prozent gegenüber seinem Höchststand zu kämpfen hat.

Konsumentenroboter U1 Pro treibt Bestellungen

Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist die U1-Serie, die im Handel bei umgerechnet rund 30.000 US-Dollar angesetzt ist. Die U1 Pro-Variante ist mit 169.800 Yuan bepreist, für dieses Modell liegen bereits mehr als 13.000 Bestellungen vor. Die Auslieferung ist für den 16. September angesetzt. Ergänzend hat Ubtech mit dem Cruzr Y1 einen radgestützten humanoiden Roboter für die industrielle Automatisierung vorgestellt, der auf Fabrikanwendungen zielt.

Kursreaktion und Marktumfeld

Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Kursplus von 4,7 Prozent auf 9,65 Euro und liegt damit knapp zwei Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 9,89 Euro.

Über die vergangene Woche summiert sich der Kursgewinn auf 3,8 Prozent, über 30 Tage auf 4,9 Prozent. Seit Jahresbeginn steht das Papier aber weiterhin mit 33 Prozent im Minus und notiert 43 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 17,00 Euro aus dem Januar.

Der breitere Markt für humanoide Robotik bleibt in Bewegung: Chinesische Autobauer wie BYD und Chery investieren zunehmend in eigene Robotik-Sparten, während das chinesische Industrieministerium für 2026 eine Jahresproduktion von mehr als 100.000 humanoiden Robotern erwartet – gegenüber schätzungsweise 18.000 bis 20.000 Einheiten im Jahr 2025. Ubtechs Halbjahreszahlen positionieren das Unternehmen in diesem wachsenden Markt vorerst als Mengenführer, auch wenn operative Verluste bestehen bleiben.