Ubtech Robotics wird selbst zum Chipentwickler. Der humanoide Robotik-Pionier gründet mit zwei Partnern ein Joint Venture für sogenannte Embodied-AI-Chips – also künstliche Intelligenz, die speziell auf physische Roboter zugeschnitten ist. Das frische Unternehmen heißt Xixuan Chuangzhi und bringt es auf ein registriertes Kapital von 100 Millionen RMB. Ubtech hält 35,01 Prozent – genauso viel wie der Halbleiterspezialist METAX. Dazu stößt FENGLONG mit 4,7 Prozent.

Spezialchips für menschenähnliche Roboter

Bisher war Ubtech vor allem als Entwickler humanoider Roboter bekannt. Die neue Tochter soll nun die entscheidende Hardware-Lücke schließen. Denn menschenähnliche Roboter brauchen andere Chips als Smartphones oder Autos: Sie müssen in Echtzeit rechnen, Bewegungen steuern und Umgebungen verstehen. Das lässt sich mit Standard-Prozessoren nur bedingt abbilden. Ubtech setzt deshalb auf maßgeschneiderte Halbleiter – und sichert sich so direkten Zugriff auf die Schlüsseltechnologie der Branche.

Die ersten Früchte dieser Strategie zeichnen sich ab. Erst Anfang Juni startete die Vorbestellungsphase für den vollwertigen humanoiden Roboter der Marke UWORLD. Innerhalb von acht Tagen gingen über 3.000 Bestellungen ein. Das Gerät ist als emotionaler Begleiter konzipiert – ein Nischenprodukt, das aber zeigt: Die Nachfrage nach hochentwickelten Robotern wächst. Der offizielle Verkaufsstart ist noch für Juni geplant.

Die Ubtech-Aktie notierte am Freitag bei 12,00 Euro – ein leichtes Plus von gut zwei Prozent. Der Kurs liegt damit 29 Prozent unter dem Jahreshoch von 17,00 Euro, aber immerhin 27 Prozent über dem Tief von 9,42 Euro. Seit Jahresbeginn verliert das Papier rund 17 Prozent.

Ob sich der Einstieg in die Chip-Entwicklung auszahlt, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen. Die Konkurrenz im Bereich humanoider Robotik schläft nicht – aber mit eigener Hardware könnte Ubtech einen entscheidenden Schritt voraus sein.