Die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Einigung auf eine Schonung von Energieanlagen greift vorerst nicht. In der Nacht haben sowohl die Ukraine als auch Russland gegnerische Infrastruktur attackiert. Während ukrainische Drohnen eine russische Erdölraffinerie trafen, beschädigten russische Angriffe Tankstellen in Kiew.
Gegenseitige Angriffe dauern an
Trump hatte am Montag erklärt, Russland und die Ukraine wollten auf Attacken gegen Energieanlagen der Gegenseite verzichten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte dies einen starken Vorschlag, knüpfte Kiews Einlenken jedoch an das Verhalten Moskaus. Da Russland Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor und die Logistik fortsetze, folgten spürbare Reaktionen. Eine offizielle Stellungnahme der russischen Führung blieb zunächst aus.
In der russischen Region Samara beschädigten ukrainische Drohnen eine Industrieanlage, bei der es sich um die Ölraffinerie Sysran handeln soll. Nach regionalen Angaben wurden rund 40 Drohnen abgeschossen. Parallel dazu trafen ukrainische Raketen in der Stadt Taganrog Lagerhallen, wobei nach Angaben aus Kiew auch eine Produktionsstätte für Drohnen attackiert wurde.
Energieinfrastruktur bleibt Angriffsziel
Der Schlagabtausch um die Raffineriekapazitäten besitzt erhebliche wirtschaftliche Relevanz. Bereits in den vergangenen Monaten führten gezielte Angriffe auf russische Verarbeitungsbetriebe zeitweise zu Engpässen auf dem dortigen Treibstoffmarkt. Moskau antwortete regelmäßig mit Schlägen gegen die ukrainische Versorgungskette.
In Kiew meldeten die Behörden nach den nächtlichen Angriffen Treffer auf zwei Tankstellen. Dabei gab es mehrere Verletzte, ein Mensch erlag seinen Verletzungen. Nach mehr als viereinhalb Jahren Krieg bleibt die Energieversorgung beider Länder damit ein zentrales militärisches Ziel, solange keine verbindliche Vereinbarung zwischen den Konfliktparteien zustande kommt.


