Die italienische Großbank UniCredit nähert sich planmäßig einer Übernahme der Commerzbank. Nachdem das Institut am 17. August die Erfüllung einer wesentlichen Angebotsbedingung bekannt gab, verdichten sich die Anzeichen für eine behördliche Zustimmung. Medienberichten zufolge signalisiert die Europäische Zentralbank (EZB) eine grundsätzliche Bereitschaft für das Vorhaben, während die operative Vorbereitung der Fusion bereits angelaufen ist.
Strategische Annäherung auf Führungsebene
Laut einem Bericht von Bloomberg führten UniCredit-Chef Andrea Orcel und die Commerzbank-Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp am 7. August erste formelle Gespräche über die künftige Struktur nach einem Kontrollwechsel.
In dem Telefonat ging es vorrangig um regulatorische Detailfragen sowie Themen der Rechnungslegung und des Risikomanagements. Ziel dieser Abstimmungen ist es, den Übergang vorzubereiten, sobald die Commerzbank von der EZB offiziell als Tochtergesellschaft der UniCredit behandelt wird.
Die italienische Bank wartet derzeit auf die Genehmigung, ihren Anteil an der Commerzbank signifikant auszubauen. Durch den Zugriff auf Aktienpakete aus dem Übernahmeangebot könnte UniCredit ihren Anteil auf knapp unter 50 Prozent steigern, was dem Institut eine voraussichtliche Stimmrechtsmehrheit auf Hauptversammlungen sichern würde.
Wie Reuters unter Berufung auf ein internes Dokument der EZB-Bankenaufsicht berichtete, neigt die Zentralbank dazu, diesen Schritt zu billigen. Andrea Orcel hatte bereits am 23. Juli gegenüber dem Sender CNBC erklärt, dass die vollständige Akquisition potenziell im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden könnte.
Rekordergebnisse stützen Expansionskurs
Die ambitionierten Wachstumspläne werden durch eine hohe Profitabilität untermauert. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte UniCredit einen bereinigten Nettogewinn von 6,1 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das Institut verzeichnete damit das 22. Rekordquartal in Folge. Die Eigenkapitalrendite (RoTE) lag in diesem Zeitraum bei 24 Prozent.
Aufgrund der starken operativen Entwicklung hob das Management die Prognose für das Gesamtjahr an. UniCredit erwartet nun einen Nettogewinn von deutlich über 11 Milliarden Euro, wobei ein Zielwert von zirka 11,5 Milliarden Euro angestrebt wird – Integrationskosten noch nicht eingerechnet.
Parallel dazu meldete auch die Commerzbank am 6. August einen Gewinnsprung von 94 Prozent im zweiten Quartal, was den formellen Start der Fusionsverhandlungen am selben Tag begünstigte.
Marktreaktion und Kursentwicklung
Die Anleger reagierten wohlwollend auf die Fortschritte im Übernahmeprozess und die fundamentale Stärke des Konzerns. Am gestrigen Montag legte das Papier um 1,8 Prozent zu und ging bei einem Schlusskurs von 84,75 Euro aus dem Handel. Damit nähert sich die Aktie wieder ihrem 52-Wochen-Hoch an, das am 13. August bei 85,96 Euro markiert wurde.
Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus für die Anteilseigner bereits auf 19 Prozent, womit der Wert zu den stärksten Titeln im europäischen Bankensektor gehört.
Unicredit-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Unicredit-Analyse vom 25. August liefert die Antwort:
Die neusten Unicredit-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Unicredit-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Unicredit: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

