Berlin zieht die Reißleine. Die Bundesregierung behält ihren Anteil von rund 12 Prozent an der Commerzbank. Damit stellt sie sich offen gegen die Pläne der Unicredit. Für die Mailänder Großbank wird der Weg nach Frankfurt deutlich steiniger.

Die Bundesregierung sieht die Vorschläge der Italiener kritisch. Solange der Staat Großaktionär bleibt, gelten die Pläne als schwer umsetzbar. Berlin will den heimischen Mittelstand und die Arbeitsplätze schützen. Aggressive Übernahmetaktiken lehnt das Finanzministerium ab.

Die Sperrminorität steht

Ein kompletter Durchmarsch ist vorerst ausgeschlossen. Für einen Squeeze-out der Minderheitsaktionäre benötigt Unicredit laut deutschem Recht 90 Prozent der Anteile. Durch das Festhalten an seinem 12-Prozent-Paket verhindert der Bund diesen Schritt effektiv.

Eine vollständige Integration der Commerzbank rückt damit in weite Ferne. Bisher hat sich Unicredit Zugriff auf etwa 39,3 Prozent der Aktien gesichert. Rechnet man Derivate und Optionen hinzu, steigt der Einfluss auf potenziell 42,5 Prozent.

Das Umtauschangebot läuft noch bis Anfang Juli. Aktionäre erhalten für jede Commerzbank-Aktie 0,485 Papiere der Unicredit.

Kurs hält sich stabil

An der Börse reagiert die Unicredit-Aktie gelassen. Das Papier notiert aktuell bei 79,78 Euro und damit nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 80,91 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von über 44 Prozent zu Buche.

Anfang Juli herrscht Klarheit über die Annahmequote des Angebots. Bis dahin bleibt das Verhältnis zwischen Mailand und Berlin angespannt.