Die Mailänder Großbank kommt ihrem deutschen Übernahmeziel näher. Nach Ablauf der ersten Angebotsfrist hält Unicredit einen wirtschaftlichen Anteil von 42,5 Prozent an der Commerzbank. Inklusive einer geplanten Einziehung eigener Aktien durch die Commerzbank könnte die Quote auf 44,33 Prozent steigen.
Angebot stößt auf Widerstand
Das Umtauschangebot sieht 0,485 neue Unicredit-Aktien für jede Commerzbank-Aktie vor. Bislang haben 12,51 Prozent der Aktionäre das Angebot angenommen — zusätzlich zu Unicredits bestehendem Direktanteil von 26,77 Prozent und derivativen Positionen.
Der Commerzbank-Vorstand lehnt die Offerte ab. Er empfiehlt den Aktionären, ihre Papiere nicht einzutauschen. Allerdings signalisierte das Management Gesprächsbereitschaft, sollte Unicredit nachbessern.
Nächste Frist läuft
Die Annahmefrist für die zweite Runde läuft vom 20. Juni bis zum 3. Juli. Das Endergebnis soll am 8. Juli veröffentlicht werden.
Die Transaktion benötigt noch mehrere Genehmigungen, unter anderem von der Europäischen Zentralbank. Marktbeobachter rechnen frühestens im ersten Halbjahr 2027 mit einem Abschluss.
Unicredit notierte am Freitag bei 80,05 Euro — ein Minus von 0,48 Prozent. Die Aktie liegt damit knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 80,91 Euro. Auf Jahressicht legte das Papier um 45,78 Prozent zu.
Regulatorischer Rückenwind?
Die politischen Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende Bankübernahmen sind derzeit im Wandel. Aktuellen Berichten zufolge plant die EU Initiativen, um Kapitalhürden für Banken im gemeinsamen Markt zu senken. Das käme Unicredits Vorstoß entgegen.
Die Transaktion hat erhebliche Auswirkungen auf die Kapitalquoten des italienischen Instituts. Besonders die harte Kernkapitalquote (CET1) steht im Fokus.
Die Volatilität der Unicredit-Aktie liegt bei 28,39 Prozent. Das zeigt: Die Anleger sind gespalten. Die Entscheidung fällt am 8. Juli.
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