UniCredit treibt die Annäherung an die Commerzbank weiter voran. Der italienische Geldhaus hält nun direkt 37,7 Prozent an dem deutschen Institut – mit Derivaten kommt der Konzern auf rund 41 Prozent. Ein Einstieg, der immer mehr zum Machtkampf wird.
Die Aktie der UniCredit notiert am Donnerstag bei 71,19 Euro. Das sind 0,47 Prozent mehr als am Vortag. Der Titel liegt 5 Prozent über der 200-Tage-Linie, der RSI von 48,6 signalisiert eine neutrale Verfassung.
Ungewöhnliche Herkunft der Aktien
Die Erhöhung des Direktanteils resultiert aus einer Reihe von Annahmen im laufenden Übernahmeangebot. Unicredit hat den Anteil von zuvor niedrigerem Niveau auf 37,7 Prozent gesteigert. Dazu kommen 16,4 Prozent über Finanzderivate – eine Strategie, mit der die Mailänder den Pflichten einer Vollübernahme ausweichen.
Das Commerzbank-Management wehrt sich. Die Führung bezweifelt die Herkunft der eingelieferten Aktien. Der Vorwurf: Die Papiere stammen überwiegend von Instituten, die mit UniCredit verbunden sind – nicht von unabhängigen Anlegern. Die Commerzbank hat diese Daten der Finanzaufsicht BaFin vorgelegt. Den Aktionären rät der Vorstand weiterhin, das Angebot abzulehnen.
Analysten sehen langfristiges Potenzial
Trotz des Konflikts bleibt die strategische Logik des Deals intakt. Die Analysten von JPMorgan bestätigten am 10. Juni ihr „Overweight“-Rating für die UniCredit-Aktie. Das Kursziel liegt bei 89 Euro. Die Begründung: Mit einem wirtschaftlichen Anteil von rund 41 Prozent nähere sich UniCredit der Kontrolle – auch wenn regulatorische Hürden bestehen.
Die Commerzbank-Aktie notiert unterdessen über dem Wert des UniCredit-Angebots. Anleger warten nun ab, ob die BaFin einschreitet oder ob das Übernahmeangebot in der laufenden Frist weiteres Volumen einsammelt.
Kurz gesagt: ein Duell mit offenem Ausgang. Die nächsten Wochen zeigen, ob UniCredit die Blockade durchbricht oder die Commerzbank-Führung die Übernahme abwehren kann.
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