Unilever will sich nach der Abspaltung der Eiscreme-Sparte auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Die Vergangenheit holt den Konsumgüterriesen jedoch ein. Ein offener Streit um die Marke Ben & Jerry’s sorgt für Unruhe.

Kritik am Management

Eine Magnum-Investorengruppe greift die Konzernführung scharf an. In einem Brief vom 6. Mai rügen sie das Management. Es geht um angebliche Fehler in der Unternehmensführung. Im Zentrum steht die Autonomie der Tochtergesellschaft Ben & Jerry’s. Die Investoren fordern mehr Unabhängigkeit für die soziale Mission der Marke.

Parallel dazu belohnt Unilever seine Führungsspitze. Eine Pflichtmitteilung bestätigt neue aktienbasierte Vergütungen. Diese Boni sind an langfristige Ziele geknüpft. Sie werden im März 2029 fällig. Folgende Manager erhalten die Zuteilungen:

  • CEO Fernando Fernandez
  • CFO Srinivas Phatak
  • Die Spartenchefs Fabian Garcia und Heiko Schipper

Schwacher Kurs und neue Strategie

An der Börse herrscht Skepsis. Die Unilever-Aktie notiert aktuell bei 50,34 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf knapp zehn Prozent. Der Abstand zur 50-Tage-Linie wächst.

Das Management muss nun beweisen, dass der Umbau funktioniert. Das Ziel: mehr Wachstum durch starke Kernmarken. Diese sollen den Absatz in Schwellenländern wie Indien und Lateinamerika antreiben.

Die Deutsche Bank bewertet die Aktie weiterhin mit „Neutral“. Das Kursziel bleibt bei 5150 britischen Pence. Analysten beobachten das Bewertungsniveau genau. Unilever wird derzeit mit dem 22,7-fachen des Gewinns gehandelt.

Die Strategie ist klar definiert. Der Fokus auf die Kernmarken muss in den kommenden Monaten messbare Volumenzuwächse liefern. Nur so kann der Konzern die aktuelle Bewertung rechtfertigen und die kritischen Aktionäre beruhigen.