Unilever: BofA setzt 5.300 GBp-Ziel

Der geplante Verkauf der Lebensmittelsparte an McCormick belastet den Unilever-Kurs. Analysten zeigen sich gespalten, während die Q1-Zahlen neue Impulse liefern könnten.

Unilever Aktie
Kurz & knapp:
  • Kurs nahe Jahrestief unter Druck
  • McCormick-Transaktion sorgt für Verunsicherung
  • Analystenmeinungen zur Bewertung uneins
  • Quartalsbericht als wichtiger Stimmungstest

Unilever steckt in einer unangenehmen Zwischenphase. Der Kurs liegt mit rund 49,70 Euro knapp über dem Jahrestief, beide gleitenden Durchschnitte zeigen nach unten — und der nächste Belastungstest steht unmittelbar bevor.

Der McCormick-Schatten

Der wichtigste Kursbremser ist bekannt: die geplante Abspaltung des Lebensmittelgeschäfts an McCormick. Seit Bekanntwerden der Transaktion Mitte März hat die Aktie rund 14 Prozent verloren. Investoren zweifeln an Bewertung, strategischer Logik und Umsetzungsrisiko.

Das eigentliche Problem ist die Zeitachse. Der Deal soll erst 2027 abgeschlossen werden. Bis dahin hängt ein klassischer Share Overhang über dem Kurs — Aktionäre müssen entscheiden, ob sie vor der Abspaltung verkaufen oder halten. Das drückt auf die Stimmung, unabhängig von den operativen Zahlen.

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Analysten uneins über die Bewertung

In dieser Woche hat RBC Capital den Ton leicht verändert. Analyst James Edwardes Jones hob das Rating von Underperform auf Sector Perform — beließ das Kursziel aber bei 4.200 Pence. Seine Begründung: Die Risiken rund um die Lebensmittelsparte seien im aktuellen Kurs bereits eingepreist.

Eine deutlich optimistischere Sichtweise vertritt die Bank of America. Sie hat die Abdeckung mit einem Kaufvotum und einem Kursziel von 5.300 Pence wieder aufgenommen. Die Analysten verweisen auf die starke Marktstellung in Indien, die Transformation im US-Geschäft Richtung Wellbeing und eine Bewertung, die inzwischen attraktiv wirke. Der Konsens aller Analysten liegt bei 5.258 Pence — rund 22 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Q1-Zahlen als nächster Test

In den kommenden Tagen veröffentlicht Unilever seinen Quartalsbericht für Q1 2026. Die Erwartungen sind gedämpft. Währungsgegenwind in Schwellenländern und Schwäche in China, Indonesien, Brasilien und Mexiko belasten das Wachstum. Nordamerika läuft besser, reicht aber nicht aus, um das vollständig auszugleichen.

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Für das Gesamtjahr 2026 peilt Unilever ein organisches Umsatzwachstum von vier bis sechs Prozent an — erwartet aber, am unteren Ende dieser Spanne zu landen.

Strukturelle Argumente für Geduld

Wer auf eine Neubewertung setzt, findet zumindest einige Argumente. Die Power Brands wuchsen organisch um 4,3 Prozent. Das Wellbeing-Segment legte zum 21. Mal in Folge zweistellig zu. Für das zweite Quartal plant Unilever ein Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro.

Die Aktie handelt beim 15,4-fachen des für 2026 geschätzten Gewinns — ein Abschlag von rund acht Prozent gegenüber europäischen Konsumgüterkonzernen mit ähnlichen Wachstumsraten. Ob dieser Abschlag nach dem Q1-Bericht schmilzt, hängt vor allem davon ab, ob Unilever volumenseitig überzeugt und die McCormick-Transaktion klarer konturiert.

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