Union fordert Entlastung bei Spritpreisen bis Oktober

Thorsten Frei will die Spritsteuer zum 1. Oktober senken. Übergewinnsteuer und Stromabgabe bleiben zwischen Union, SPD und Grünen umstritten.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Frei fordert Entlastung ab Oktober
  • Mehrwertsteuer könnte auf sieben Prozent sinken
  • Übergewinnsteuer stößt auf Unionswiderstand
  • Grüne verlangen niedrigere Stromsteuer

Verbraucher könnten bei den stark gestiegenen Kraftstoffpreisen schon in wenigen Wochen finanziell entlastet werden. Unionsfraktionschef Thorsten Frei drängt auf ein Vorziehen konkreter Hilfen zum 1. Oktober. Nach seiner Einschätzung lässt sich ein solches Vorhaben bei parlamentarischer Zusammenarbeit zügig umsetzen.

Im Raum stehen zwei konkrete Hebel: eine erneute Senkung der Energiesteuer nach dem Modell des Tankrabatts sowie eine Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe von 19 auf 7 Prozent. Für Letzteres hatte sich auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ausgesprochen. Die Argumentation hinter dem Schritt zielt auf die Staatskasse: Wenn Rohöl teurer wird, steigen auch die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer. Ein Teil dieser Mehreinnahmen soll an die Bürger zurückfließen.

Risiken im Nahen Osten belasten die Versorgung

Der Vorstoß reagiert auf die Lage am Persischen Golf, wo Risiken für zentrale Lieferwege von Erdöl und Erdgas die Preise an den Zapfsäulen nach oben treiben. Eine rasche Entspannung an den Energiemärkten gilt als unwahrscheinlich.

Vor diesem Hintergrund reicht eine reine Kurzfristmaßnahme womöglich nicht aus. Notwendig sei daher auch die Prüfung dauerhafter Antworten über den Jahreswechsel hinaus, falls die Ursachen für das hohe Preisniveau fortbestehen. Wie lange und wie zielgerichtet staatliche Gelder fließen können, bleibt Gegenstand der Abstimmungen.

Streit über Instrumente in Berlin

Während die Steuersenkung konkrete Konturen annimmt, stoßen andere Instrumente auf klaren Widerstand. Den Vorschlag des Koalitionspartners SPD, Übergewinne der Mineralölkonzerne über eine Sonderabgabe abzuschöpfen, wies Frei zurück. Eine solche Übergewinnsteuer sei mit der Union nicht vereinbar.

Gegenwind kommt von den Grünen. Deren Fraktionsvize Andreas Audretsch hält das bisherige Vorgehen der Bundesregierung für unzureichend und fordert neben der Übergewinnsteuer vor allem spürbare Entlastungen bei der Stromsteuer. Damit zeichnet sich ab, dass die Bundesregierung bis zum Stichtag am 1. Oktober zwischen Steuersenkungen an den Zapfsäulen und alternativen Abgabenmodellen entscheiden muss.

Über Felix Baarz 7699 Artikel
Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.