Unisem kämpft gegen steigende Kosten und sinkende Margen. Der Halbleiter-Spezialist steht unter Druck, obwohl die Nachfrage nach KI-Lösungen boomt. Nach einem herben Kursrückgang von fast 15 Prozent im letzten Monat blicken Investoren nun gebannt auf den Juli. Dann muss das Management beweisen, ob die versprochene Kehrtwende gelingt.

Die Aktie notiert aktuell bei 4,52 MYR. Damit büßte das Papier allein in der letzten Woche drei Prozent an Wert ein. Trotzdem hält sich der Kurs noch über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 4,11 MYR. Der Titel liegt derzeit deutlich unter dem Juni-Hoch von 5,38 MYR.

Kosten fressen Umsatzwachstum

Das erste Quartal lieferte ein widersprüchliches Bild. Der Umsatz stieg zwar um knapp zehn Prozent auf 464,75 Millionen MYR. Unterm Strich blieb jedoch ein Nettoverlust von 13,3 Millionen MYR. Hohe Produktionskosten und negative Wechselkurseffekte belasteten das Ergebnis massiv.

Das Management gibt sich für die kommenden Monate dennoch kämpferisch. Für das zweite Quartal prognostiziert die Führung ein Umsatzplus zwischen 15 und 20 Prozent. Bessere Auslastungsraten in den wichtigsten Anlagen sollen diesen Sprung ermöglichen. Hinzu kommen positive Kundenprognosen und ein starkes Geschäft im April.

KI-Infrastruktur als Wachstumstreiber

Besonders zwei Segmente stützen das Geschäft. Der Bereich Automobil wuchs zuletzt um 22 Prozent. Im Industriesektor kletterten die Erlöse sogar um 48 Prozent. Hier treibt vor allem der Ausbau von KI-Rechenzentren die Nachfrage nach Power-Management-Lösungen an.

Strategisch setzt Unisem auf die Expansion im Bereich der Halbleitermontage. Die Nachfrage nach 5G-Technologien und dem Internet der Dinge bleibt robust. Parallel dazu übernimmt Tee Thiam Chai zum 30. Juni den Posten des Unternehmenssekretärs von Wong Siew Yeen.

Im Juli veröffentlicht Unisem die Ergebnisse für das zweite Quartal. Die Marktbewertung hängt nun maßgeblich von der Rückkehr in die Gewinnzone ab. Investoren achten dabei besonders auf die Entwicklung der operativen Margen.