Der finnische Forstindustriekonzern UPM-Kymmene hat einen entscheidenden formalen Schritt zur Neuausrichtung seines Portfolios vollzogen. Im Mittelpunkt steht die geplante Ausgliederung des Sperrholzgeschäfts in die neue Gesellschaft WISA Group Plc. Die finnische Finanzaufsichtsbehörde hat gestern einen Nachtrag zum Spaltungs- und Börsenprospekt genehmigt, womit der Zeitplan für den Börsengang an der Nasdaq Helsinki konkret wird.
Meilenstein für die WISA-Transaktion
Mit der Genehmigung des Prospektnachtrags wurden auch ungeprüfte Carve-out-Finanzinformationen sowie Pro-forma-Zahlen für das zum 30. Juni geendete erste Halbjahr veröffentlicht. Dieser Schritt ist essenziell, um die Investoren über die wirtschaftliche Verfassung der neuen Einheit zu informieren, bevor die Anteilseigner endgültig über die Maßnahme entscheiden.
Die strategische Trennung soll es UPM ermöglichen, sich stärker auf seine Kernbereiche und Wachstumsprojekte zu konzentrieren, während die Sparte WISA als eigenständiges Unternehmen agieren wird.
Der weitere Fahrplan steht bereits fest: Die außerordentliche Hauptversammlung, auf der die Aktionäre über die Teilabspaltung abstimmen sollen, ist für den 31. August angesetzt. Verläuft die Abstimmung erfolgreich, wird der Vollzug der Transaktion zum 31. Oktober erwartet. Der erste Handelstag für die Aktien der WISA Group an der Börse in Helsinki ist für den 2. November vorgesehen.
Neue Impulse durch die Bioraffinerie Leuna
Neben der Portfolio-Bereinigung setzt UPM-Kymmene verstärkt auf innovative Biochemikalien. Aus dem Unternehmen verlautete, dass UPM Biochemicals voraussichtlich bis Ende September mit den ersten Kundenlieferungen von erneuerbaren funktionellen Füllstoffen aus der Bioraffinerie in Leuna beginnen wird.
Das Projekt in Deutschland stellt eine massive Investition dar, die sich auf insgesamt 1.370 Millionen Euro beläuft und eine jährliche Kapazität von 220.000 Tonnen erreichen soll.
Während der Hochlauf der Produktion in Leuna weiter voranschreitet, wird für das Geschäftsjahr 2027 die volle Produktionskapazität sowie ein positiver Beitrag zum operativen Ergebnis (EBIT) erwartet. Das kommerzielle Interesse an den nachhaltigen Produkten scheint groß zu sein. Das Unternehmen gab an, dass die bereits bestätigten Verträge und die aktuelle Projektpipeline das Mehrfache der jährlichen Kapazität der Anlage ausmachen.
Marktumfeld und Ausblick
An der Börse reagierte die Aktie verhalten auf die jüngsten Fortschritte. Das Papier notiert derzeit bei 22,79 Euro. Im bisherigen Jahresverlauf hat der Wert deutlich an Boden verloren und weist ein Minus von 8,3 Prozent auf. Dieser Rückgang spiegelt auch die allgemeine Unsicherheit in der Branche wider, die zuletzt unter anderem durch die vor rund zwei Wochen gemeldete Stilllegung der Zellstoffproduktion am Standort Kaukas belastet wurde.
Trotz der operativen Fortschritte bei der Abspaltung und den neuen Produktlinien in Deutschland notiert der Kurs weiterhin mit einem Abstand von etwa 18 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Anleger blicken nun gespannt auf die Ende August anstehende Hauptversammlung, die den Weg für die rechtliche Trennung der Sperrholz-Sparte endgültig frei machen soll. Die Umsetzung dieser Maßnahme gilt als wichtiger Faktor, um die Komplexität des Konzerns zu reduzieren.
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