Die geplante Papier-Allianz zwischen UPM-Kymmene und dem südafrikanischen Konkurrenten Sappi gerät ins Stocken. Die EU-Kommission hat dem finnischen Konzern und seinem Partner eine Mitteilung über Beschwerdepunkte zugestellt — ein formeller Zwischenschritt, der auf ernsthafte kartellrechtliche Bedenken hindeutet. Für ein Vorhaben, das seit Dezember als strategischer Baustein für UPMs Papiersparte gilt, ist das ein spürbarer Dämpfer.

Sorge um Marktmacht bei Zeitschriftenpapier

Die Kommission befürchtet, dass das paritätische Gemeinschaftsunternehmen zu viel Marktmacht bündeln könnte. Betroffen wären vor allem gestrichenes holzhaltiges Papier — eine Zeitschriftenpapier-Variante — sowie gestrichenes holzfreies Papier, wie es für Bücher und Werbedrucke verwendet wird. Brüssel warnt vor steigenden Preisen und sinkender Qualität zulasten der Kunden, sollte die Fusion in der geplanten Form durchgehen.

Das Joint Venture soll als eigenständiges Unternehmen agieren und wird mit rund 1,4 Milliarden Euro bewertet, Schulden eingerechnet, mögliche Synergieeffekte aber ausgeklammert.

Für UPM ist die Begründung klar: Der Zusammenschluss soll die Versorgungssicherheit europäischer Grafikpapier-Kunden stärken und die Widerstandsfähigkeit einer Branche erhöhen, die seit Jahren mit rückläufiger Nachfrage kämpft. UPM und Sappi prüfen die Beschwerdepunkte nun gemeinsam und kündigten eine Stellungnahme an.

Reaktion an der Börse verhalten

Der Kapitalmarkt reagierte bislang gelassen. Die UPM-Aktie legte in Helsinki nur leicht zu, während auch die Sappi-Notierung in Johannesburg moderate Gewinne verzeichnete. Beide Unternehmen erhalten nun Gelegenheit, auf die Vorwürfe zu antworten, Akteneinsicht zu nehmen und eine mündliche Anhörung zu beantragen — ein routinemäßiger, aber zeitaufwendiger Verfahrensschritt bei vertieften Fusionsprüfungen.

Wie es weitergeht, hängt nun maßgeblich von der Antwort beider Unternehmen auf die Beschwerdepunkte ab. Scheitert die Einigung mit Brüssel an den geforderten Auflagen, dürfte sich das Zeitfenster für einen Abschluss des Joint Ventures deutlich verschieben.