Der finnische Forst- und Papierkonzern UPM-Kymmene steht vor wegweisenden Wochen. Während sich das Unternehmen auf eine außerordentliche Hauptversammlung Ende August vorbereitet, trüben skeptische Analystenstimmen das kurzfristige Bild.

Am 10. August stufte Barclays die Aktie von „Equalweight“ auf „Underweight“ herab und reduzierte das Kursziel deutlich von zuvor 24,00 Euro auf nun 21,00 Euro. Damit liegt die neue Zielmarke der britischen Bank unter dem Schlusskurs vom Freitag, der bei 23,00 Euro lag. Seit Jahresbeginn weist das Papier bereits einen Rückgang von 7,4 % auf.

Kapazitätsdruck belastet Ausblick für Zellstoff

Die Experten von Barclays begründen ihre vorsichtigere Haltung vor allem mit dem zunehmenden Druck auf dem globalen Zellstoffmarkt. Neue Kapazitäten dürften die Preise für Zellstoff strukturell belasten und so die Margen nachhaltig unter Druck setzen. Für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 liegen die EBIT-Schätzungen des Analysehauses bereits um 5 bis 10 % unter dem aktuellen Marktkonsens.

Zudem wird die strategische Ausrichtung des Managements kritisch hinterfragt. Die Analysten sehen einen starken Fokus auf anorganisches Wachstum durch Zukäufe, was zulasten direkter Ausschüttungen an die Aktionäre gehen könnte.

Auch die Bewertung der Energiesparte spiegele die verbesserten Fundamentaldaten bereits vollständig wider, was das weitere Aufwärtspotenzial für die Aktie begrenze. Aktuell notiert der Wert etwa 17 % unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Operative Erholung im zweiten Quartal

Trotz der Skepsis blickte UPM-Kymmene zuletzt auf ein verbessertes operatives Geschäft zurück. Im zweiten Quartal 2026 steigerte das Unternehmen das vergleichbare EBIT im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 71 % auf 212 Millionen Euro. Der Umsatz belief sich in diesem Zeitraum auf 2,355 Milliarden Euro. Maßgeblich für diese Entwicklung waren laut Unternehmensangaben robuste Ergebnisse in den Bereichen Decarbonization Solutions und Advanced Materials sowie starke Beiträge aus dem Segment Fibres South.

Die Erholung zeigt sich auch in der Bilanz des ersten Halbjahres. Hier erzielte der Konzern einen Gesamtumsatz von 4,781 Milliarden Euro und ein vergleichbares EBIT von 471 Millionen Euro. Diese Zuwächse verdeutlichen, dass die internen Effizienzmaßnahmen greifen, wenngleich das Marktumfeld für grafische Papiere und Zellstoffprodukte weiterhin volatil bleibt.

Weichenstellung durch Abspaltung und Joint Venture

Ein zentraler Pfeiler der aktuellen Transformation ist die geplante Abspaltung der WISA Group. Am 31. August soll eine außerordentliche Hauptversammlung über diesen Plan entscheiden, nachdem die finnische Finanzaufsicht den entsprechenden Prospekt bereits genehmigt hat. Läuft alles nach Plan, soll die Abspaltung bis zum 31. Oktober abgeschlossen sein, sodass der Handel der WISA-Aktien an der Nasdaq Helsinki Anfang November beginnen kann.

Parallel dazu treibt UPM-Kymmene die Konsolidierung im Papierbereich voran. Das geplante Joint Venture mit dem Konkurrenten Sappi hat bereits die Freigabe der US-Behörden erhalten, befindet sich jedoch in der EU noch in einer vertieften Prüfung. Mit einem Abschluss dieses Verfahrens wird bis Ende 2026 gerechnet.

Für die zweite Jahreshälfte prognostiziert das Management ein vergleichbares EBIT zwischen 375 und 575 Millionen Euro, warnt jedoch vor steigenden Instandhaltungskosten, die im Vergleich zum ersten Halbjahr um 40 Millionen Euro höher ausfallen sollen. Zudem bereitet sich das Unternehmen personell auf einen Wechsel vor: Finanzvorstand Tapio Korpeinen wird den Konzern Ende 2026 verlassen.