Während die strategische Neuausrichtung von UPM-Kymmene durch die geplante Abspaltung des Sperrholzgeschäfts voranschreitet, sieht sich der finnische Forstindustriekonzern bei einem weiteren Großprojekt erheblichem Widerstand aus Brüssel gegenüber.

Die Europäische Kommission hat formelle Bedenken gegen das geplante Joint Venture im Bereich Grafikpapier mit dem Konkurrenten Sappi erhoben. Damit rückt die angestrebte Konsolidierung in diesem Marktsegment in weite Ferne.

Brüssel warnt vor Marktbeherrschung

Wie Bloomberg berichtet, bereitet die EU-Kommission eine formelle Warnung zu dem rund 1,42 Milliarden Euro schweren Vorhaben vor. In einer sogenannten Mitteilung der Beschwerdepunkte legten die Wettbewerbshüter ihre vorläufige Einschätzung dar: Demnach könnte das Gemeinschaftsunternehmen eine derart starke Marktstellung erlangen, dass Preissteigerungen oder eine geringere Produktqualität die Folge wären.

Die Regulierungsbehörde zeigt sich Medienberichten zufolge bislang unbeeindruckt von den Argumenten der Unternehmen. UPM und Sappi hatten angeführt, dass die Kooperation notwendige Kosteneinsparungen ermögliche, die ökologische Bilanz verbessere und die Lieferketten resilienter mache.

Brüssel bezweifelt jedoch, dass diese Vorteile den potenziellen Schaden für den Wettbewerb aufwiegen können. Die Kommission hat nun bis zum 11. November Zeit, eine endgültige Entscheidung über das Vorhaben zu treffen.

Fahrplan für WISA-Abspaltung steht

Parallel zu den regulatorischen Hürden im Papiergeschäft konkretisiert das Unternehmen den Zeitplan für die neue WISA Group Plc. Nachdem die außerordentliche Hauptversammlung am Montag die Teilabspaltung des Sperrholzgeschäfts beschlossen hat, stehen nun die nächsten operativen Schritte fest. Das neue Unternehmen soll sämtliche Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der UPM-Sperrholzsparte übernehmen.

Zum Vorsitzenden des neuen WISA-Verwaltungsrats wurde Tapio Korpeinen gewählt. Dem Gremium gehören zudem Sakari Ahdekivi, Frank Herrmann, Nina Kiviranta, Mats Nordlander und Emmanuelle Picard an.

Für Anleger markiert der 23. September einen wichtigen Termin, wenn die künftige WISA Group ihren Kapitalmarkttag in der UPM-Zentrale in Helsinki abhält. Der Vollzug der Abspaltung ist für den 31. Oktober geplant, woraufhin der Börsenhandel der WISA-Aktien an der Nasdaq Helsinki voraussichtlich am 2. November beginnen wird.

Operative Stärke im ersten Halbjahr

Trotz der komplexen Konzernumbauten konnte UPM-Kymmene im operativen Geschäft zuletzt deutlich zulegen. Im ersten Halbjahr 2026 stieg das vergleichbare EBIT aus den fortgeführten Aktivitäten im Vorjahresvergleich um 71 Prozent auf 212 Millionen Euro. Dies entspricht einer Marge von 9 Prozent des Umsatzes.

Für die zweite Jahreshälfte zeigt sich die Konzernführung noch optimistischer und stellte ein vergleichbares EBIT in einer Spanne von 375 bis 575 Millionen Euro in Aussicht.

Auf der Führungsebene gab es zudem ein Zeichen des Vertrauens in die eigene Aktie: Mika Kekki aus dem Management-Team erwarb am 24. Juli 172 Anteile zu einem Kurs von 22,4628 Euro. An der Börse wird das Papier aktuell bei 24,20 Euro gehandelt. Damit notiert der Titel seit Jahresbeginn 2,6 Prozent im Minus und weist einen Abstand von 13 Prozent zum 52-Wochen-Hoch auf.