US-Angriff auf Insel Gheschm treibt Ölpreise nach oben

Nach dem US-Militärschlag kostete Brent am Dienstagmorgen 106,12 Dollar je Barrel; Sorgen um mögliche Lieferausfälle nahmen zu.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Brent verteuerte sich um 1,3 Prozent
  • Montagsrückgang von mehr als sieben Prozent gestoppt
  • Hormus transportiert rund ein Fünftel des Weltbedarfs
  • Gespräche über Katar bislang ohne Durchbruch

Ein US-Militärschlag in der Straße von Hormus hat die jüngste Entspannung an den Energiemärkten abrupt beendet. Am Dienstag kletterte der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent am Morgen um 1,3 Prozent auf 106,12 Dollar. Zuvor hatten Berichte über Angriffe auf Stellungen der iranischen Revolutionsgarden auf der Insel Gheschm die Furcht vor neuen Lieferausfällen im Nahen Osten angefacht.

Damit ist der deutliche Preisrückgang vom Wochenauftakt vorerst gestoppt. Am Montag war Brent noch um mehr als sieben Prozent auf 104,77 Dollar abgesackt. Marktbeobachter führten diesen Rücksetzer auf Signale aus Teheran zurück: Irans oberster Führer Modschtaba Chamenei hatte der Regierung Vollmachten für Verhandlungen erteilt, um den seit Ende Februar andauernden militärischen Konflikt zu beenden.

Sorge um die Straße von Hormus

Auslöser des US-Angriffs war der Abschuss einer Rakete von der Insel auf ein US-Flugzeug. Amerikanische Regierungsvertreter stuften den Einsatz als Defensivmaßnahme ein, die Angriffe auf Handelsschiffe verhindern soll. Durch die Straße von Hormus wird üblicherweise rund ein Fünftel des weltweiten Bedarfs an Rohöl und Erdgas transportiert. Der monatelange Konflikt hat den Schiffsverkehr durch dieses Nadelöhr bereits spürbar eingeschränkt.

Die Signale aus Washington bleiben derweil widersprüchlich. US-Präsident Donald Trump hatte noch kurz vor dem Angriff erklärt, viele rechneten mit einem baldigen Kriegsende und Teheran wolle eine Vereinbarung. Gleichzeitig steht das Weiße Haus wegen der hohen Benzinpreise unter erheblichem Druck.

Mit den am Dienstag stattfindenden US-Zwischenwahlen rückt der weitere Kurs Washingtons in den Mittelpunkt. Marktteilnehmer befürchten, dass nach dem Urnengang eine neue Phase militärischer Operationen folgen könnte, während Verhandlungen über katarische Vermittler bislang ohne Durchbruch blieben.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.