US-Dienstleister melden kräftigen Anstieg der Einkaufspreise

Der Dienstleistungssektor wächst weiter, während höhere Beschaffungskosten und Lieferengpässe den Inflationsdruck verstärken.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Einkaufspreise auf höchstem Stand seit Juli 2022
  • Dienstleistungsindex sinkt leicht auf 54,9 Punkte
  • Auftragsrückstände steigen den achten Monat
  • Fed hob Leitzins im September um 25 Basispunkte an

Amerikas Dienstleistungssektor bleibt auf Expansionskurs, kämpft aber mit sprunghaft steigenden Kosten. Die Einkaufspreise der Unternehmen kletterten im September auf den höchsten Stand seit Juli 2022. Für die US-Notenbank Federal Reserve bedeutet das eine heikle Gemengelage: Die robuste Nachfrage heizt den Kostendruck über Energie und Vorprodukte wieder an, was Hoffnungen auf eine rasche Zinspause dämpft.

Engpässe und Teuerung belasten die Betriebe

Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management sank im September leicht auf 54,9 Punkte. Das Stimmungsbarometer für mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaft hält sich damit über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Kräftige Konsumausgaben und Investitionen in künstliche Intelligenz stützen die Aktivität in breiten Teilen der Dienstleistungsbranche.

Gleichwohl verschärfen sich die Probleme in den Lieferketten. Hohe Treibstoffpreise belasten Transporteure und Landwirte, während Vorprodukte wie Speicherchips oder Stahl knapp bleiben. Die Frachtraten für Überseecontainer haben sich nach Angaben betroffener Händler verdoppelt. Infolgedessen wachsen die Auftragsrückstände der Unternehmen nun schon den achten Monat in Folge.

Fed steht vor schwieriger Gratwanderung

Besonders der Preissprung sorgt für Unruhe. Das Teilbarometer für Vorleistungspreise kletterte auf 74,0 Punkte. Höhere Notierungen für Rohöl, Diesel und Metalle treiben die Beschaffungskosten im Dienstleistungssektor auf breiter Front nach oben.

Im September hatte die Federal Reserve ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Weitere Zinsschritte wurden signalisiert, um hartnäckigen Preisdruck abzufedern. Allerdings dämpften jüngst schwächere Arbeitsmarktdaten die Erwartung einer unmittelbaren Fortsetzung des Straffungskurses.

An den Terminmärkten wird die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinsanhebung bei der Notenbanksitzung am 27. und 28. Oktober aktuell mit rund 26 Prozent taxiert. Ein erneuter Inflationsschub über die Dienstleistungspreise könnte die Währungshüter jedoch zwingen, die Zinsen bis zum Jahresende weiter anzuheben.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.