Der US-Dienstleistungssektor hat im Oktober leicht an Schwung verloren, behauptet sich aber weiterhin im Wachstumsbereich. Grund für das nachlassende Tempo ist ein schwächerer Zuwachs bei den Neuaufträgen. Gleichwohl bleibt der Kostendruck für die Unternehmen spürbar hoch.
Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management für den Servicesektor gab im Oktober auf 54,5 Punkte nach. Im September hatte das Barometer noch bei 54,9 Zählern gelegen. Ökonomen hatten im Vorfeld mit einem etwas geringeren Rückgang auf 54,7 Punkte gerechnet.
Zurückhaltende Auftragslage bremst Aktivität
Trotz des leichten Dämpfers signalisieren Stände über der Marke von 50 Punkten ein anhaltendes Wachstum. Verantwortlich für den Rückgang war vor allem die Abkühlung bei den Neubestellungen.
Der entsprechende Teilindex für neue Aufträge sackte von 59,8 Punkten im Vormonat auf 55,9 Zähler ab. Parallel dazu verringerte sich das Barometer für die geschäftliche Aktivität von 56,5 auf 53,8 Punkte. Der Teilbereich verharrt damit jedoch seit 28 aufeinanderfolgenden Monaten auf Expansionskurs.
Auf dem Arbeitsmarkt zeigte sich der Sektor indes aufnahmefähig. Der Beschäftigungsindex kletterte von 50,1 Zählern im September auf 51,4 Punkte und signalisiert eine Beschleunigung beim Stellenaufbau.
Zölle und Treibstoffkosten heizen Preise an
Anhaltende Sorgen bereitet die Kostenentwicklung. Der Preisindex notierte bei 73,0 Punkten nach 74,0 Zählern im Vormonat. Damit überschritt der Indikator zum siebten Mal in acht Monaten die Schwelle von 70 Prozent.
Vor allem Einfuhrzölle und Treibstoffkosten belasten die Lieferketten der Unternehmen. Zahlreiche Betriebe haben diesen Kostenschub bislang weder voll zu spüren bekommen noch an die Endkunden weitergereicht. Aus dem Verband verlautete, dass ohne eine Entlastung bei Öl und Zöllen weiterer Preisdruck auf die Wirtschaft zukomme.
Der Dienstleistungssektor hinkt damit der Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe hinterher. Die US-Industrie hatte ihre Aktivität im Oktober überraschend gesteigert und ihren Einkaufsmanagerindex auf 55,5 Punkte verbessert. An den Märkten untermauern die Daten das Bild einer widerstandsfähigen US-Konjunktur, in der hartnäckige Vorleistungskosten die Preisstabilität weiterhin herausfordern.


