Niedrige Arbeitslosenzahlen sind für Börsianer derzeit keine gute Nachricht. Die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in der Woche zum 3. Oktober auf 197.000 gesunken und blieben damit unter den prognostizierten 200.000 Anträgen. Weil Entlassungen weitgehend ausbleiben, erhält die Federal Reserve weiteren Spielraum für eine straffe Geldpolitik – was die Aktienmärkte vor Handelsbeginn spürbar belastet.
Gegenüber dem revidierten Vorwochenwert von 199.000 gingen die wöchentlichen Anträge leicht zurück. Sie liegen damit die vierte Woche in Folge unter der Marke von 200.000.
Bei den Folgeanträgen zeigte sich indes ein leichter Anstieg auf 1,72 Millionen Personen. Wer seinen Arbeitsplatz verliert, benötigt demnach etwas länger für eine neue Anstellung. Das Gesamtbild bleibt dennoch eindeutig: Die US-Unternehmen stellen zwar zögerlicher ein, trennen sich aber nicht im großen Stil von ihren Mitarbeitern.
Warum robuste Daten die Kurse belasten
Normalerweise stützen solide Beschäftigungsdaten das Vertrauen an den Börsen. Im aktuellen Umfeld verkehrt sich dieser Mechanismus ins Gegenteil. Die Federal Reserve hat den Leitzins Mitte September auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben.
Solange Entlassungswellen ausbleiben, kann die Notenbank diesen Zinsdruck beibehalten, ohne schwere Verwerfungen am Arbeitsmarkt zu fürchten. Der jüngste Monatsbericht hatte mit 29.000 neu geschaffenen Stellen zwar ein schwaches Einstellungs-Tempo gezeigt. Da sich diese Abkühlung bisher nicht in steigenden Entlassungen niederschlägt, fehlt den Währungshütern ein Grund für ein Einlenken.
Vorbörsliche Verluste an der Wall Street
Die Reaktion an den US-Terminmärkten fiel prompt negativ aus. Vorbörslich verloren die Futures auf den Dow Jones sowie auf den Nasdaq 100 jeweils 0,7 Prozent. Der S&P 500 stand vor Handelsbeginn mit 0,4 Prozent im Minus.
Parallel dazu hielt sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bei 5,32 Prozent. Ein Barrel Rohöl der Sorte WTI kostete 92,50 Dollar, während die Feinunze Gold bei rund 4.150 Dollar notierte.
Klarheit über den weiteren Zinspfad bringen die kommenden Wochen. Am Mittwoch, 14. Oktober, erscheinen um 14:30 Uhr die US-Verbraucherpreise für September. Am 27. und 28. Oktober berät der Offenmarktausschuss der Notenbank über den künftigen Leitzins.
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