Die US-Erzeugerpreise sind im September mit einem Plus von 1,3 Prozent sprunghaft gestiegen. Der kräftigste Zuwachs seit viereinhalb Jahren zeigt, dass sich teure Energie unaufhaltsam über Frachtrouten und Vorprodukte in die gesamte Wirtschaft frisst.
Auf Jahressicht kletterten die Erzeugerpreise um 6,3 Prozent, nach einem Anstieg von 5,6 Prozent im August. Volkswirte hatten im Vorfeld für den Monatsvergleich lediglich ein Plus von 0,5 Prozent erwartet.
Verteuerte Fracht belastet die Lieferketten
Hinter dem Schub stehen vor allem die Energiekosten. Diesel treibt als Treibstoff der Wirtschaft den Großteil der US-Transportflotte an. Nahezu jede Ware wird auf ihrem Weg zum Verbraucher per Lastwagen befördert. Ziehen die Kraftstoffpreise an, verlangen Transportunternehmen rasch höhere Raten für ihre Dienste.
Die Kosten für den Gütertransport auf der Straße lagen im September um 19 Prozent über dem Vorjahreswert. Parallel dazu verteuerten sich die Vorstufen der Lebensmittelproduktion im Jahresvergleich um 15,6 Prozent, weil energieintensive Komponenten wie Düngemittel und Tierfutter spürbar anzogen.
Neuer Zinsschritt der Federal Reserve rückt näher
Produzenten stehen nun vor der Wahl, die Belastung über schrumpfende Margen abzufedern oder an den Handel weiterzureichen. Eine Weitergabe droht die Lebenshaltungskosten der privaten Haushalte in den kommenden Monaten weiter anzutreiben.
Nach den bereits überraschend hohen Verbraucherpreisdaten vom Mittwoch bringt der jüngste Kostenschub an der Erzeugerbasis eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve noch in diesem Monat zurück auf die Agenda.


