Die Zahl der noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe in den USA hat sich im August leicht erholt, ein echter Umschwung ist das allerdings nicht. Der Index der sogenannten Pending Home Sales legte gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent auf 71,2 Punkte zu. Trotz dieses Zuwachses bleibt die Aktivität gedämpft, weil steigende Finanzierungskosten viele Kaufinteressenten weiterhin ausbremsen.
Im Vorjahresvergleich lagen die Vertragsabschlüsse im August um 4,7 Prozent im Minus. Der Vormonat Juli hatte mit einem revidierten Minus von 2,6 Prozent noch ein Sechsmonatstief markiert. Marktbeobachter werten die jüngste Zunahme daher eher als vorübergehende Stabilisierung auf niedrigem Niveau denn als Beginn einer nachhaltigen Erholung.
Regionale Spaltung und teure Kredite
Auf regionaler Ebene zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Während die Abschlüsse im Westen um 3,0 Prozent und im Süden um 2,3 Prozent zulegten, brachen sie in anderen Landesteilen ein. Im Nordosten gingen die Vorverträge um 4,2 Prozent zurück, im Mittleren Westen um 1,6 Prozent. In diesen beiden Regionen zogen die Hauspreise zuletzt am stärksten an, was Erstkäufer besonders hart trifft.
Die Finanzierungsbedingungen erschweren den Immobilienerwerb zusätzlich. Die Zinsen für 30-jährige Festhypotheken kletterten in der vergangenen Woche auf durchschnittlich 6,76 Prozent nach 6,71 Prozent in der Vorwoche. Höhere Kreditkosten neutralisieren damit die gestiegene Kaufkraft, die durch Lohnzuwächse und Beschäftigungsaufbau eigentlich entstanden war.
Hohe Anleiherenditen belasten
Der Zinsdruck dürfte vorerst anhalten. Die US-Notenbank Federal Reserve hat am Mittwoch erstmals seit Juli 2023 ihren Leitzins angehoben. Parallel dazu verharrt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen in der Nähe von 5,0 Prozent. Getrieben werden die Renditen von Inflationssorgen, Haushaltsdefiziten und geopolitischer Unsicherheit.
Gegenüber früheren Jahren bleibt der Markt drastisch verkleinert. Die landesweiten Vertragsabschlüsse bewegen sich derzeit etwa 30 Prozent unter dem Niveau der Jahre vor der Pandemie. Den Höchststand erreichte die Aktivität 2021, als Hypothekenzinsen zeitweise nahe drei Prozent lagen — eine Konstellation, von der US-Immobilienkäufer heute weit entfernt sind.


