Die Teuerung in den Vereinigten Staaten hat sich im September unerwartet beschleunigt. Vor allem kräftige Preissprünge bei Energie und Kraftstoffen fachen den Preisdruck erneut an. Für die Federal Reserve rückt damit eine weitere Zinsanhebung bereits bei ihrer anstehenden Sitzung Ende Oktober zurück auf die Tagesordnung.
Im Jahresvergleich kletterte die Gesamtinflation im September auf 3,7 Prozent, nach 3,4 Prozent im Vormonat. Auf Monatssicht stiegen die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent, angetrieben von spürbar teurerem Treibstoff. Die Entwicklung trifft die Märkte unvorbereitet.
Auch ohne die schwankungsanfälligen Komponenten wie Lebensmittel und Energie zeigte sich die Lage angespannt. Die Kerninflationsrate stieg auf 2,6 Prozent. Höhere Kosten für Unterkünfte, Flugtickets und Gebrauchtwagen verteuerten den Alltag der US-Bürger, was die Sorge vor einer breiteren Verfestigung der Teuerung nährt.
An den Terminmärkten kippte die Stimmung nach Veröffentlichung der Daten umgehend. Händler beziffern die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt um einen Viertelprozentpunkt Ende des Monats nun auf eine Spanne von 39 bis 46 Prozent. Zuvor lag der Wert bei rund 22 Prozent.
Kapitalintensive Technologiewerte unter Verkaufsdruck
Steigende Marktzinsen verteuern die Refinanzierung auf breiter Front. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihe kletterte auf 5,248 Prozent. Der Leitindex S&P 500 büßte im Handelsverlauf 0,6 Prozent ein, während vor allem zinssensible Branchen zurückfielen.
Besonders schwer erwischte es Unternehmen rund um die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz, die für ihren Netzausbau hohe Schuldenberge aufnehmen müssen. Die Aktie des Serverherstellers Dell gab um mehr als zehn Prozent nach, die Papiere von Hewlett Packard Enterprise verloren 6,4 Prozent. Höhere Zinsen gefährden dort die Rentabilität künftiger Milliardeninvestitionen.
Vor der Zinsentscheidung am 27. und 28. Oktober stehen weitere Signale der Währungshüter an. Der anstehende Konjunkturbericht der Notenbank sowie Redebeiträge führender Ratsmitglieder dürften zeigen, ob die Fed dem erneuten Energieschub tatsächlich mit geldpolitischer Härte entgegentritt.
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