Unerwartet zäher Preisdruck bringt die US-Märkte aus dem Tritt. Während die Gesamtrate der Inflation im Rahmen der Prognosen blieb, kletterten die Kernverbraucherpreise im September stärker als geschätzt. Die Aussicht auf eine weiterhin straffe Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve setzte am Mittwoch vor allem Technologiewerte spürbar unter Verkaufsdruck.

Teuerung bei Kernpreisen übertrifft Prognosen

Im September stiegen die Verbraucherpreise im Monatsvergleich um 0,6 Prozent. Im Jahresvergleich zog die Inflationsrate auf 3,7 Prozent an, nach 3,4 Prozent im August.

Besondere Aufmerksamkeit galt den Kernpreisen, die schwankungsanfällige Energie- und Nahrungsmittelkosten ausklammern. Hier lag das Plus bei 0,3 Prozent im Monatsvergleich, während Analysten mit 0,2 Prozent gerechnet hatten. Auf Jahressicht beschleunigte sich dieser Anstieg auf 2,6 Prozent. Die Teuerung liegt damit weiterhin merklich über der Zielmarke der Notenbank, was Spekulationen über anhaltend hohe Leitzinsen neue Nahrung gibt.

Technologietitel und Fluggesellschaften unter Druck

Die Reaktion an den US-Aktienmärkten folgte unmittelbar. Der technologielastige Nasdaq gab um 1,9 Prozent nach, während der breiter gefasste S&P 500 um 1,1 Prozent fiel. Der Leitindex Dow Jones hielt sich mit einem moderaten Abschlag von 0,1 Prozent vergleichsweise stabil.

Besonders kräftig fielen die Abgaben bei Hardware-Herstellern aus, deren Branchenindex um 6,3 Prozent nachgab. Parallel dazu drückte ein Anstieg der Rohölpreise um mehr als ein Prozent auf die Kurse der Fluggesellschaften. Warnungen der Internationalen Energieagentur vor Störungen der Versorgung im Nahen Osten hatten die Ölnotierungen angetrieben. Die Aktien der Fluggesellschaften gaben im Schnitt um 5,1 Prozent nach.

Turbulenter Handel am Anleihemarkt

Auch bei den US-Staatsanleihen sorgten die Inflationsdaten für spürbare Ausschläge. Die Rendite der zehnjährigen Referenzanleihe sprang nach Veröffentlichung der Zahlen zunächst auf ein Zwischenhoch von 5,329 Prozent, bevor im späteren Handelsverlauf eine deutliche Gegenbewegung einsetzte.

Vor der nächsten Zinsentscheidung der Federal Reserve Ende Oktober hat die hartnäckige Kerninflation die Erwartungen an den Zinskurs wieder gedämpft. Bleibt der Preisdruck auf diesem Niveau, dürfte die Notenbank wenig Spielraum für eine rasche Lockerung sehen.