Knapp zwei Jahre nach Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit hat sich das Machtgefüge in Washington verschoben. Die Demokraten haben bei den US-Zwischenwahlen die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses zurückerobert. Damit endet die Phase des ungeteilten Regierens der Republikaner, während die Gesetzgebung künftig wieder Verhandlungen erzwingt.
Das Wahlergebnis stützt sich auf Erfolge in Bundesstaaten, die seit Generationen fest in konservativer Hand waren. In Kansas gewann mit Adam Hamilton erstmals seit dem Jahr 1932 wieder ein Demokrat einen Sitz im US-Senat. Auch in Texas setzte sich mit James Talarico ein demokratischer Bewerber durch, womit die Partei dort ihren ersten Senatserfolg seit 1988 feierte.
Umbruch in konservativen Hochburgen
Parallel dazu verloren die Republikaner das texanische Gouverneursamt. Gina Hinojosa gewann die Wahl gegen Amtsinhaber Greg Abbott und wird die erste Frau mit lateinamerikanischen Wurzeln an der Spitze des Bundesstaates. In Georgia stellt die Partei mit Keisha Lance Bottoms künftig die erste schwarze Gouverneurin in der Geschichte der Vereinigten Staaten.
Ähnliche Verschiebungen zeigten sich an der Ostküste: In Maine besiegte der Demokrat Troy Jackson die langjährige Senatorin Susan Collins, während die Partei in South Carolina ihren ersten Senatssitz seit 1998 gewann.
Personeller Wechsel im Kapitol
Durch den doppelten Wahlsieg formiert sich die Führung beider Parlamentskammern neu. Chuck Schumer kündigte an, künftig als Mehrheitsführer im Senat aufzutreten und den Kurs neu auszurichten. An der Spitze des Repräsentantenhauses steht Hakeem Jeffries vor der Wahl zum Vorsitzenden. Er wäre der erste Schwarze in diesem Amt.
Mit dem Zusammentritt des neuen Kongresses im Januar übernehmen die Demokraten die parlamentarische Kontrolle über das Weiße Haus. Gesetzesvorhaben der Regierung Trump treffen dann auf geschlossene Mehrheiten der Opposition in beiden Kammern.


