Die Hoffnung auf eine rasche Entspannung im Nahen Osten erhält einen Dämpfer. Ein US-Kampfflugzeug hat am Montag eine Stellung der iranischen Revolutionsgarden auf der Insel Qeschm attackiert. Der begrenzte Militärschlag traf einen strategischen Knotenpunkt an der Straße von Hormus. Er widerspricht den jüngsten Signalen aus Washington über ein absehbares Ende der Feindseligkeiten.
Gegenseitige Angriffe an der Meerenge
Dem Luftschlag ging der Abschuss einer Rakete von der Insel auf ein amerikanisches Flugzeug voraus. Anwohner auf Qeschm sowie in der nahegelegenen iranischen Hafenstadt Bandar Abbas meldeten mehrere Explosionen.
Parallel dazu meldete Teheran eigene Abwehrerfolge. Die iranischen Revolutionsgarden brachten nach eigenen Angaben südlich der Insel zwei amerikanische Aufklärungsdrohnen per elektronischer Steuerung in ihre Gewalt. Östlich der Wasserstraße sei eine weitere US-Drohne zerstört worden. Solche Verluste sind keine Einzelfälle: Nach Angaben des Wissenschaftlichen Dienstes des US-Kongresses hat das US-Militär seit Beginn der Einsätze gegen den Iran bereits Schäden an Dutzenden Flugzeugen und Drohnen verzeichnet oder diese verloren.
Widersprüchliche Signale aus Washington
Der Vorfall verdeutlicht die Kluft zwischen der militärischen Lage und der politischen Rhetorik. Nur Stunden vor dem Angriff hob US-Präsident Donald Trump noch einen Rückgang der Ölpreise hervor. Er begründete das Nachgeben der Notierungen mit der Einschätzung, dass der Krieg mit Teheran vor dem Abschluss stehe und die iranische Führung zwingend eine Einigung anstrebe.
Die erneute Konfrontation an der für die globale Ölversorgung zentralen Seepassage fällt direkt mit dem Tag der US-Kongresswahlen am 03. November 2026 zusammen. In Washington bestanden bereits im Vorfeld der Abstimmung konkrete Pläne, im Anschluss daran gemeinsam mit Israel weitere Schläge gegen iranische Ziele auszuführen.


