Neue militärische Spannungen am Persischen Golf treiben die Ölpreise wieder nach oben. Berichte über Vorbereitungen der USA und Israels auf Angriffe gegen den Iran sowie die israelischen Parlamentswahlen wecken am Markt frische Sorgen vor Lieferausfällen. Die Notierungen für die internationale Referenzsorte Brent kletterten am Mittwoch im frühen Handel um 1,62 Prozent auf 115,72 Dollar je Barrel.
Washington bereitet Verbündete auf Eskalation vor
Die US-Regierung hat mehrere Staaten am Persischen Golf dazu aufgefordert, sich auf einen neuen Militäreinsatz gegen Teheran einzustellen. Es mehren sich die Anzeichen für eine neue Phase intensiver Kampfhandlungen gemeinsam mit Israel. Präsident Donald Trump hat seine endgültige Entscheidung zwar noch nicht gefällt, tendiert jedoch zu einem umfangreichen Angriff nach den Zwischenwahlen am 3. November.
Die Rohstoffmärkte reagieren traditionell hochsensibel auf derartige Signale aus der Region. Marktstrategen der Bank ING betonen, dass Händler derzeit eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit für eine erneute Eskalation einpreisen. Maßgeblich ist vor allem die Frage, wie Washington nach dem Urnengang agieren wird.
Anhaltender Druck auf die weltweite Energieversorgung
Parallel dazu sorgt der Ausgang der israelischen Parlamentswahl für zusätzliche Bewegung. Nach Auszählung von rund 50 Prozent der Stimmen baute das rechtsreligiöse Bündnis von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seinen Vorsprung aus. Eine klare Regierungsmehrheit zeichnet sich allerdings weiterhin nicht ab, was die geopolitische Unsicherheit zusätzlich stützt.
Die Notierungen stehen ohnehin unter anhaltendem Druck. Seit Jahresbeginn hat sich der Preis für die Sorte Brent nahezu verdoppelt. Bereits seit Februar, als Trump und Netanjahu erste Angriffe auf den Iran anordneten, beeinträchtigt der Konflikt die weltweiten Energielieferungen spürbar.
Gewissheit über den tatsächlichen Kurs der US-Regierung erwarten Marktteilnehmer erst nach den Zwischenwahlen am 3. November. Sollte es danach zu der befürchteten Ausweitung der Angriffe kommen, drohen den internationalen Transportrouten am Persischen Golf weitere Versorgungsengpässe.


