US-Militärpläne gegen den Iran treiben die Ölpreise nach oben

Brent verteuerte sich im frühen Mittwochshandel um 1,62 Prozent auf 115,72 Dollar je Barrel; weitere Angriffe bleiben unentschieden.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Brent erreicht 115,72 Dollar je Barrel
  • US-Präsident tendiert zu Angriff nach Zwischenwahlen
  • Israelisches Bündnis baut Stimmenvorsprung aus
  • Klare Regierungsmehrheit bleibt weiterhin offen

Neue militärische Spannungen am Persischen Golf treiben die Ölpreise wieder nach oben. Berichte über Vorbereitungen der USA und Israels auf Angriffe gegen den Iran sowie die israelischen Parlamentswahlen wecken am Markt frische Sorgen vor Lieferausfällen. Die Notierungen für die internationale Referenzsorte Brent kletterten am Mittwoch im frühen Handel um 1,62 Prozent auf 115,72 Dollar je Barrel.

Washington bereitet Verbündete auf Eskalation vor

Die US-Regierung hat mehrere Staaten am Persischen Golf dazu aufgefordert, sich auf einen neuen Militäreinsatz gegen Teheran einzustellen. Es mehren sich die Anzeichen für eine neue Phase intensiver Kampfhandlungen gemeinsam mit Israel. Präsident Donald Trump hat seine endgültige Entscheidung zwar noch nicht gefällt, tendiert jedoch zu einem umfangreichen Angriff nach den Zwischenwahlen am 3. November.

Die Rohstoffmärkte reagieren traditionell hochsensibel auf derartige Signale aus der Region. Marktstrategen der Bank ING betonen, dass Händler derzeit eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit für eine erneute Eskalation einpreisen. Maßgeblich ist vor allem die Frage, wie Washington nach dem Urnengang agieren wird.

Anhaltender Druck auf die weltweite Energieversorgung

Parallel dazu sorgt der Ausgang der israelischen Parlamentswahl für zusätzliche Bewegung. Nach Auszählung von rund 50 Prozent der Stimmen baute das rechtsreligiöse Bündnis von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seinen Vorsprung aus. Eine klare Regierungsmehrheit zeichnet sich allerdings weiterhin nicht ab, was die geopolitische Unsicherheit zusätzlich stützt.

Die Notierungen stehen ohnehin unter anhaltendem Druck. Seit Jahresbeginn hat sich der Preis für die Sorte Brent nahezu verdoppelt. Bereits seit Februar, als Trump und Netanjahu erste Angriffe auf den Iran anordneten, beeinträchtigt der Konflikt die weltweiten Energielieferungen spürbar.

Gewissheit über den tatsächlichen Kurs der US-Regierung erwarten Marktteilnehmer erst nach den Zwischenwahlen am 3. November. Sollte es danach zu der befürchteten Ausweitung der Angriffe kommen, drohen den internationalen Transportrouten am Persischen Golf weitere Versorgungsengpässe.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.