US-Notenbank Fed hält Leitzins im Oktober stabil

Die Fed hält die Zinsspanne bei 3,75 bis 4,00 Prozent; Märkte rechnen im Dezember mit einer weiteren Anhebung.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Zinsspanne bleibt bei 3,75 bis 4,00 Prozent
  • US-Inflation steigt im September auf 3,7 Prozent
  • Terminmärkte erwarten Dezember-Anhebung mit über 80 Prozent Wahrscheinlichkeit
  • Oktober-Daten zu Preisen und Beschäftigung entscheidend

Die Federal Reserve pausiert bei ihrem Zinskurs. Eine echte Entwarnung bedeutet das allerdings nicht. Der Offenmarktausschuss belässt die Zinsspanne nach der Anhebung im September nun bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Die Währungshüter verschaffen sich damit Zeit, um die jüngsten Wirtschaftsdaten eingehender zu prüfen, während an den Märkten bereits eine Fortsetzung der Straffung im Dezember erwartet wird.

Die Entscheidung kommt wenig überraschend. Erst im Vormonat hatte die Notenbank unter Führung von Kevin Warsh die Zinsen um 25 Basispunkte angehoben. Zuvor verharrte der Leitzins rund neun Monate auf einem etwas niedrigeren Niveau.

Hartnäckige Inflation setzt Währungshüter unter Druck

Die Teuerung spricht gegen dauerhafte Zurückhaltung. Im September kletterten die US-Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 3,7 Prozent, nach 3,4 Prozent im August. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel stieg auf 2,6 Prozent.

Vor allem die Energiepreise treiben die Teuerung an. Benzin verteuerte sich binnen Jahresfrist deutlich, ausgelöst durch steigende Rohölnotierungen infolge des Iran-Kriegs. Auch der Investitionsboom rund um künstliche Intelligenz, neue Zölle und robuste Konsumausgaben halten den Preisdruck hoch.

Derweil verlangsamt sich das Beschäftigungswachstum. Für die Notenbanker entsteht daraus ein Balanceakt: Höhere Zinsen verteuern Kredite und bremsen die Nachfrage, treffen aber kaum die geopolitischen Ursachen am Ölmarkt. Eine zu straffe Geldpolitik könnte den Arbeitsmarkt zusätzlich schwächen.

Nächster Zinsschritt im Dezember erwartet

Fed-Chef Warsh betont, dass die Kerninflation verlässlich in Richtung der Zielmarke von zwei Prozent sinken muss. Auf feste Vorabsignale für künftige Zinsentscheide verzichtet er bewusst. Marktteilnehmer müssen sich deshalb vor allem an den eingehenden Wirtschaftsdaten orientieren.

Am Terminmarkt wird eine weitere Zinsanhebung bei der Sitzung am 9. Dezember mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 80 Prozent erwartet. An diesem Tag legt die Notenbank auch ihre neuen Projektionen vor. Ausschlaggebend für den weiteren Kurs werden die anstehenden Daten zu Inflation und Arbeitsmarkt für den Oktober sein.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.