US-Pläne für Angriffe auf Iran treiben Ölpreis über 105 Dollar

Brent verteuerte sich auf 105,15 Dollar je Barrel; mögliche US-Schläge gegen Iran und Förderausfälle belasten den Energiemarkt.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Brent gewinnt 4,93 Dollar je Barrel
  • Washington prüft militärische Optionen gegen Iran
  • Angriff auf Handelsschiff im Persischen Golf
  • Hurrikan senkt Golf-von-Mexiko-Förderung deutlich

Neue Berichte über mögliche US-Militärschläge gegen den Iran haben die Rohölpreise sprunghaft steigen lassen. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich am Donnerstag um 4,93 Dollar auf 105,15 Dollar je Barrel. In der Spitze markierte der Preis mit 105,46 Dollar den höchsten Stand seit einer Woche.

Neue Eskalationsgefahr vor den Wahlen

Auslöser der Preisbewegung sind Beratungen in Washington. Das Weiße Haus hat das Pentagon angewiesen, militärische Optionen für Schläge gegen iranische Ziele auszuarbeiten, die noch vor den US-Zwischenwahlen im November umgesetzt werden könnten. Dies widerspricht der bisherigen Annahme an den Märkten, dass Präsident Donald Trump eine weitere Eskalation im Nahen Osten vor dem Urnengang vermeiden wollte. Über Umfang, konkrete Angriffsziele und die tatsächliche Ausführung wird allerdings noch beraten.

Die Verunsicherung trifft auf einen ohnehin angespannten Energiemarkt. Der anhaltende Konflikt zwischen den USA und dem Iran beeinträchtigt die Ausfuhren und hat wichtige Energieanlagen beschädigt. Zwar nimmt der Schiffsverkehr in der Region wieder zu, parallel dazu wächst jedoch die Gefahr für Tanker. So wurde im Persischen Golf rund 90 Kilometer nördlich von Katar erneut ein Handelsschiff attackiert.

Förderausfälle im Golf von Mexiko

Verstärkt wird der Preisdruck durch die Lage auf der arabischen Halbinsel und im Atlantik. Als Vergeltung für Angriffe auf eigene Flughäfen zerstörte ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis 82 Stellungen der Huthi-Miliz im Jemen. Währenddessen drosselten Ölproduzenten im Golf von Mexiko ihre Förderung wegen eines Hurrikans um mehr als 510.000 Barrel täglich. Dies entspricht rund einem Viertel der dortigen Produktion.

Nach Einschätzung von Branchenanalysten halten neben dem großen Risiko einer iranischen Eskalation vor allem extrem hohe Transportkosten sowie ein knappes Angebot an raffinierten Produkten das Preisniveau hoch. An den Märkten rückt damit unmittelbar die militärische Entscheidung Washingtons vor dem Wahltermin im November in das Zentrum der weiteren Preisbildung.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.