US-Schuldenberg steigt auf 40 Billionen Dollar

Ein Defizit von rund zwei Billionen Dollar und 1,36 Billionen Dollar Zinskosten belasten den US-Haushalt.

KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert
Kurz & knapp:
  • Gesamtschulden steigen auf 40 Billionen Dollar
  • Haushaltsdefizit liegt zwölf Prozent höher
  • Zinszahlungen erreichen 1,36 Billionen Dollar
  • Bauzinsen klettern auf 7,40 Prozent

Die Verschuldung der weltgrößten Volkswirtschaft hat eine neue historische Marke erreicht. Trotz eines Haushaltsdefizits von rund zwei Billionen Dollar für das abgelaufene Fiskaljahr stufen die weltweiten Anleihemärkte die Kreditwürdigkeit der USA bislang zwar nicht als akut gefährdet ein. Allerdings verengt die explodierende Zinslast den budgetären Spielraum der Regierung drastisch und treibt die Finanzierungskosten für Verbraucher spürbar nach oben.

Das Finanzministerium wies für das am 30. September beendete Haushaltsjahr einen Fehlbetrag aus, der zwölf Prozent über dem Niveau des Vorjahres liegt. Es handelt sich um das drittgrößte Defizit in der Geschichte des Landes, nur übertroffen von den Rekordausgaben während der Corona-Pandemie. Allein der Zinsdienst zur Bedienung der aufgelaufenen Verpflichtungen verschlang im abgelaufenen Fiskaljahr die Rekordsumme von 1,36 Billionen Dollar.

Zinslast übersteigt historische Maßstäbe

Die Ausgaben des Bundes überstiegen die Einnahmen um einen Betrag, der 6,2 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung entspricht. Ökonomen betrachten bei normalem Wirtschaftswachstum in der Regel eine Quote von etwa drei Prozent als tragfähig. Von den 40 Billionen Dollar Gesamtschulden entfallen rund 32 Billionen Dollar auf ausstehende Staatsanleihen im Besitz von Investoren, womit das Volumen der marktgängigen Papiere mittlerweile der gesamten US-Wirtschaftsleistung entspricht.

Zuletzt erreichte die Quote der Staatsschulden im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt während des Zweiten Weltkriegs ein vergleichbares Niveau von rund 100 Prozent. Während ein Staatsbankrott an den Finanzmärkten als nahezu ausgeschlossen gilt, warnt die US-Notenbank vor den langfristigen Folgen dieser Dynamik.

Finanzminister Scott Bessent versucht zwar, die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen zu dämpfen, der globale Trend zu höheren Zinsen hält jedoch an. Für die Bürger schlägt diese Entwicklung direkt durch: Der Zinssatz für 30-jährige Baufinanzierungen erreichte laut Freddie Mac zuletzt einen Höchststand von 7,40 Prozent.

Einnahmenausfälle belasten die Bilanz

Die US-Regierung hoffte darauf, den Fehlbetrag durch Zolleinnahmen abzufedern. Diese Rechnung ging jedoch nicht auf. Nachdem der Supreme Court zahlreiche verhängte Zölle kippte, musste der Staat rund 145 Milliarden Dollar an Rückerstattungen auszahlen.

Die Debatte über die finanzielle Tragfähigkeit fällt in eine heikle Phase vor den Kongresswahlen am 3. November 2026. Sollten die oppositionellen Demokraten die Kontrolle über mindestens eine Kammer im Kapitol erringen, drohen ab 2027 zähe Auseinandersetzungen über die gesetzliche Schuldenobergrenze und drohende Stillstände der Regierungsgeschäfte.

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Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Trading-Treff seit März 2025 Beiträge zu Aktien, Trading und Indizes sowie zu wirtschaftlichen Rahmenthemen. Schwerpunkte sind Rohstoffwerte sowie KI- und Technologiewerte.Quellen dieses Ressorts: Unternehmensmitteilungen und Pflichtveröffentlichungen, Geschäftsberichte und Quartalszahlen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen. Bei Index- und Trading-Themen zusätzlich die Zusammensetzung und Anpassungen der Indexanbieter sowie Terminmarktdaten; bei Technologie- und KI-Werten Produktankündigungen und Geschäftszahlen der Unternehmen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.