Eine politische Niederlage in Washington und der Zinsdruck belasten den Kryptomarkt schwer. Das Scheitern des sogenannten CLARITY Acts im US-Senat hat zusammen mit der anstehenden Zinsentscheidung der Federal Reserve die jüngste Kurserholung jäh gestoppt. Bitcoin fiel am Mittwoch im Tagesverlauf auf rund 75.000 Dollar zurück und markierte damit den tiefsten Stand seit Mitte August.

Der Senat verfehlte am Vorabend mit 49 zu 50 Stimmen die notwendige Hürde zur weiteren Behandlung des Gesetzes. Kein Senator der Demokraten votierte für den Entwurf.

Rechtliche Unklarheit bremst den Markt

Das Gesetzespaket sollte der US-Derivateaufsicht CFTC die primäre Zuständigkeit für die Struktur digitaler Vermögensmärkte übertragen. Zahlreiche Branchenunternehmen hatten auf diesen Schritt gesetzt, um jahrelange Rechtsunsicherheiten in den Vereinigten Staaten beizulegen. Stattdessen müssen US-Finanzdienstleister vorerst weiter ohne einheitlichen gesetzlichen Rahmen auskommen.

Entsprechend deutlich fielen die Kursverluste aus, allen voran bei kleineren Werten. XRP sackte um mehr als neun Prozent ab, da dessen Geschäftsmodell besonders stark von den geplanten Ausnahmen für Nicht-Wertpapier-Tokens profitiert hätte. Solana büßte über fünf Prozent ein.

Indes fiel Ethereum um gut vier Prozent zurück und rutschte unter die Schwelle von 2.400 Dollar. Die Abverkaufswelle löste am Gesamtmarkt Zwangsauflösungen von optimistischen Hebelpositionen im Volumen von 570 Millionen Dollar aus.

Zinsdruck verstärkt die Verkäufe

Der regulatorische Rückschlag traf auf ein ohnehin angespanntes Zinsumfeld. Zeitgleich kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf das höchste Niveau seit 2007. Steigende Zinsen erhöhen die Attraktivität festverzinslicher Papiere und dämpfen die Risikobereitschaft privater wie institutioneller Investoren.

Mit dem jüngsten Kursrutsch verpuffte die Aufwärtsbewegung der Vormonate. Anfang September hatte Bitcoin noch bei mehr als 82.000 Dollar notiert. Seit dem Rekordhoch von über 126.000 Dollar aus dem Oktober 2025 beläuft sich das Minus mittlerweile auf rund 40 Prozent.

Konkrete Hinweise auf die künftige Zinspolitik liefert der Zinsentscheid der Federal Reserve am Mittwochabend. Die Märkte erwarten eine Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Ob sich der Verkaufsdruck fortsetzt oder eine Gegenbewegung einsetzt, hängt an den neuen Zinsprognosen der Notenbank sowie den Aussagen auf der anschließenden Pressekonferenz.