Nach den deutlichen Abgaben am Vortag haben die US-Staatsanleihen am Donnerstag eine Gegenbewegung gestartet. Grund dafür sind leicht gesunkene Zinserwartungen an den Märkten. Trotz der Erholung bleibt das Zinsniveau hoch: Die Rendite zehnjähriger Papiere verharrt weiter über der Marke von fünf Prozent.
Nachlassende Zinssorgen stützen die Kurse
Der Terminkontrakt für zehnjährige US-Papiere stieg am Donnerstag um 0,16 Prozent auf 105,20 Punkte. Zeitgleich gab die Rendite auf 5,10 Prozent nach. An den Terminmärkten sank die erwartete Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Zinsschritt der Federal Reserve im Oktober. Das bremste den jüngsten Renditeanstieg am Anleihemarkt aus.
Ein erneuter Anstieg der Ölpreise vermochte die Inflationsbefürchtungen am Donnerstag vorerst nicht weiter zu schüren. Am Mittwoch hatte genau diese Entwicklung den Markt noch spürbar belastet. Steigende Energiekosten und überraschend robuste Einkaufsmanagerdaten aus Industrie und Dienstleistungssektor hatten am Vortag Verkaufsdruck ausgelöst. Der T-Note-Future war daraufhin um 0,44 Prozent abgerutscht.
Strukturelle Faktoren stützen das Zinsniveau
Trotz der aktuellen Erholung bleibt das Zinsniveau historisch hoch. Analysten der Dekabank sehen mehrere Gründe, die für ein mehrjähriges Hoch bei den Renditen sprechen. Vor allem das anhaltend hohe Haushaltsdefizit der Vereinigten Staaten belastet die Notierungen, da der Staat enorme Mengen an neuen Anleihen emittieren muss. Hinzu kommen anhaltende geopolitische Risiken.
Besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten brachten am Nachmittag keine neue Bewegung in den Handel. In der vergangenen Woche lag die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit knapp unter 200.000 etwas tiefer als prognostiziert. Der US-Jobmarkt erweist sich damit weiterhin als widerstandsfähig. Ob dieser Trend anhält, entscheidet sich bei der nächsten Sitzung der Notenbank im Oktober.


