Sinkende Benzinpreise verschaffen den US-Haushalten kurzfristig etwas Luft. Entgegen den Erwartungen vieler Ökonomen hat sich die Stimmung der amerikanischen Verbraucher im Oktober spürbar aufgehellt. Der Stimmungszuwachs ändert allerdings wenig daran, dass die Belastungen durch hohe Lebenshaltungskosten den Konsum weiterhin dämpfen.
Das Conference Board verzeichnete für seinen Verbrauchervertrauensindex einen Anstieg auf 91,7 Punkte. Im Vormonat hatte der Wert nach einer Aufwärtskorrektur bei 84,2 Zählern gelegen. Ökonomen hatten im Vorfeld mit einer weiteren Eintrübung gerechnet.
Hinter dem Stimmungsaufschwung steht vor allem die Entlastung an den Zapfsäulen. Günstigere Spritpreise federten die alltäglichen Kosten der Privathaushalte ab und sorgten für unmittelbare Erleichterung im Monatsvergleich.
Entsprechend legten die beiden Teilbereiche der Erhebung zu. Der Index für die gegenwärtige Lage kletterte auf 120,4 Zähler. Das Barometer für die kurzfristigen Erwartungen stieg auf 72,6 Punkte.
Kaufkraftverluste belasten Konsumpläne
Trotz dieser Aufhellung bleibt die Grundstimmung fragil. Der übergeordnete Abwärtstrend der vergangenen Jahre setzt sich fort. Das anhaltend erhöhte Preisniveau schmälert die reale Kaufkraft der privaten Haushalte weiterhin empfindlich.
Für die kommenden sechs Monate kündigen die Verbraucher geringere Ausgaben an. Das betrifft sowohl Dienstleistungen als auch langlebige Wirtschaftsgüter. Die hartnäckige Inflation veranlasst viele Familien dazu, größere Anschaffungen aufzuschieben und das verfügbare Budget strikter zu verwalten.
Eine separate Erhebung der Universität Michigan bestätigte diese Stabilisierung. Der dortige Stimmungsindex wurde nachträglich auf 48,0 Punkte nach oben korrigiert, nachdem eine frühere Schätzung bei 46,3 Punkten gelegen hatte.
Die Entspannung an den Tankstellen verschafft den US-Bürgern eine Atempause, gleicht die vorangegangenen Reallohnverluste aber nicht aus. Solange das Preisniveau die Budgets strapaziert, dürften die privaten Konsumausgaben der wichtigste Bremsklotz für eine dynamische Wirtschaftsentwicklung bleiben.


