Hinter den Kulissen der UN-Generaldebatte haben die Regierungen in Washington und Teheran erstmals seit Monaten wieder direkte Gespräche über den festgefahrenen Konflikt geführt. Während sich US-Präsident Donald Trump und Irans Präsident Massud Peseschkian vor der Vollversammlung in New York öffentlich schwere Vorwürfe machten, loteten Unterhändler beider Seiten die Bedingungen für eine Deeskalation an der blockierten Straße von Hormus aus.
Am Dienstag saßen Vertreter beider Staaten für drei Stunden zusammen. Die Verhandlungen liefen über Vermittler aus Pakistan und Katar. Auf amerikanischer Seite nahmen der Unterhändler Steve Witkoff sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner teil. Trump sprach im Anschluss von einem sehr guten Austausch und stellte eine baldige Fortsetzung der Gespräche in Aussicht.
Hohe Forderungen für freie Seewege
Im Zentrum der Verhandlungen steht die für den weltweiten Transport von Öl und Flüssiggas entscheidende Straße von Hormus. Teheran verknüpft eine Öffnung der Meerenge jedoch an weitreichende Bedingungen. Irans Außenminister Abbas Araghtschi verlangt das sofortige Ende der US-Seeblockade vor der iranischen Küste, die vollständige Auszahlung aller eingefrorenen Vermögenswerte sowie eine Beendigung der kriegerischen Auseinandersetzungen an sämtlichen Fronten.
Deutschlands Außenminister Johann Wadephul forderte Teheran bei einem Treffen mit Araghtschi ebenfalls dazu auf, die Seeblockade aufzugeben und den Würgegriff an der Seestraße zu lösen. Zuletzt waren die Fronten im Juli verhärtet, als indirekte Gespräche beider Kriegsparteien in Katar ohne sichtbare Annäherung endeten.
Scharfe Rhetorik vor den Vereinten Nationen
Der öffentliche Tonfall bot wenig Raum für Optimismus. Peseschkian warf der US-Regierung vor den UN-Delegierten eine Politik der Gewalt und Sanktionen vor. Trump hatte zuvor gedroht, das Land bei einer Fortsetzung des Konflikts vollständig zu zerstören, stellte dem Iran im Falle einer Einigung aber auch wirtschaftliche Stärke in Aussicht. Der US-Vertreter verließ während der Rede des iranischen Präsidenten demonstrativ den Saal.
Die Vermittler aus Katar und Pakistan setzen ihre Arbeit fort, um weitere Termine für direkte oder indirekte Gespräche zwischen den Unterhändlern zu koordinieren. Ein Termin für die nächste Verhandlungsrunde steht bislang nicht fest.


