USD Swap-Linien in Gefahr

 

Es herrscht Wahlkampf in den USA. Der Kampf um die Gunst der Wähler ist ausgebrochen und die Politikfelder sind breit gefächert. Durch die Reaktion auf die Corona Krise stecken die USA und die Welt in einer tiefen Wirtschaftskrise. Ein Umstand, der den Wahlkampf maßgeblich beeinflusst. Daneben stehen natürlich auch Big Oil, Big Corn & Sugar und viele andere Themen auf dem Wahlkampfzettel. Was bisher untergegangen ist, ist dass auch die US Dollar Swap-Linien innenpolitisch instrumentalisiert werden können.

Kappung der Swap-Linien, ein reales Risiko

Swap-Linien selbst sind ein Währungstausch zwischen zwei Zentralbanken und funktionieren einfach dargestellt folgendermaßen:

Zum Beispiel unterhalten die EZB und FED eine Swap-Linie. Dabei gibt die Fed der EZB USD und erhält im Gegenzug EUR als Sicherheit. Es ist eines der Hauptwerkzeuge um die USD Liquidität im Eurodollar System zu sichern. Die Konditionen zu denen dieses geschieht sind Verhandlungssache. Insgesamt steht die FED bei diesem System im Mittelpunkt, da der USD die Währung ist, auf der das gesamte Finanzsystem aufgebaut ist.

Da aktuell Wahlkampf herrscht, ist es für die Regierung nur schwer zu erklären, warum z.B. die EZB etliche Billionen USD über Swap-Linien erhalten hat, während gleichzeitig über 50 Millionen Amerikaner arbeitslos sind. Insbesondere, wenn zur Sprache kommt, dass die EZB mit den US Dollars europäische Unternehmungen rettet. Das ließe sich nur sehr schwer erklären. Gefährlich wird es, wenn die Verantwortlichen nicht im Detail wissen, wozu diese Swap-Linien im System genau benötigt werden.

Aufgrund des abstrakten Charakters des Eurodollar Systems, kann davon ausgegangen werden, dass es in der Bevölkerung unvermittelbar ist. Somit ist es ein guter Angriffspunkt, um der Regierung Schwierigkeiten zu bereiten. Andererseits wird die Regierung wiederum diese Gefahr vielleicht erkannt haben und dazu verleitet sein präventive Schritte einzuleiten, um so das Risiko eines solchen Angriffs zu mindern. Darauf, dass die Regierung es vielleicht erkannt hat, deutet die Tatsache hin, dass die FED ihre Swap-Linien schon abbaut.

U.S. DEPARTMENT OF THE TREASURY ist verantwortlich, nicht die FED

Wenn jetzt das Argument aufkommt, dass doch die FED darüber entscheidet und nicht die Regierung, dann ist man einem Irrtum aufgesessen. Es ist ein Irrglaube, dem ich zuvor auch aufgesessen bin.. Laut Gesetz ist das Finanzministerium und damit Finanzminister Steven Mnuchin für die Vergabe von Swap-Linien verantwortlich. Also letztendlich Präsident Trump. Damit ist die Gefahr gegeben, dass in naher Zukunft aus innenpolitischen Gründen die Swap-Linien adhoc gekürzt oder gar ganz gekappt werden.

Eine solche Entwicklung würde enormen Druck auf die Finanzmärkte ausüben, da eine ausreichende USD Liquidität nicht mehr gegeben wäre. Insgesamt würde es zu Chaos an den Finanzmärkten führen. Eines, welches die Welt in diesem Jahr schon einmal erleben durfte.

Aus den oben genannten Grund kann bis Mitte September mit abrupten Bewegungen im US Dollar Index, Rohstoff- und Aktienmarkt gerechnet werden. Auch Gold würde von einer solchen Entwicklung nicht unbeeindruckt bleiben, da in einer Liquiditätskrise alles abgestoßen wird, um Liquidität zu schaffen. In einer Liquiditätskrise fallen alle Assetklassen gleichermaßen, da sehr viele Marktteilnehmer händeringend USD suchen. Sie müssen einfach verkaufen. Solche eine Entwicklung würde schlussendlich zu Kaufkursen führen, da die Verantwortlichen sehr schnell begreifen würden, dass sie sich einen Fehler geleistet haben. Wahrscheinlich würden sie in einem solchen Fall das „Monster von Jekyll Island“ plus den „Hund von Baskerville“ erwecken, um die Folgen ihres Handelns zu bekämpfen.

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