Valneva greift hart durch. Der Impfstoffhersteller streicht weltweit Stellen und kürzt massiv die Kosten. Das Ziel: finanzielle Stabilität. Am 25. Juni stellt sich das Management auf der Hauptversammlung in Lyon den Aktionären. Die entsprechenden Teilnahmeunterlagen hat der Konzern am Montag veröffentlicht.

An der Börse herrscht Skepsis. Die Aktie notiert aktuell bei 2,32 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 40 Prozent an Wert verloren. Damit bewegt sich der Kurs gefährlich nah am jüngsten 52-Wochen-Tief.

Harter Sparkurs

Das Geschäft mit Reiseimpfstoffen schwächelt. Darauf reagiert Valneva nun mit einem umfassenden Umbau. Der Konzern entlässt weltweit 10 bis 15 Prozent seiner Belegschaft. Parallel dazu sollen die operativen Ausgaben drastisch sinken. Das Management will die Kosten im Vergleich zu 2025 um bis zu 35 Prozent drücken.

Management auf Werbetour

Im Juni sucht die Führungsetage intensiv den Kontakt zu Investoren. Nach einem Auftritt auf der Jefferies-Konferenz stehen weitere Termine an. Dazu gehören Foren von Oddo BHF und BNP Paribas in Paris. Valneva will dort sein Impfstoff-Portfolio und die wichtigsten Pipeline-Projekte präsentieren.

Analysten bleiben vorsichtig. Das Portal Wall Street Zen stufte die Aktie am Montag auf „Sell“ ab. Der Markt bewertet die aktuelle Umbauphase offenbar kritisch.

Hoffnungsträger Borreliose

Ein Lichtblick bleibt der Borreliose-Impfstoffkandidat LB6V. Valneva entwickelt das Präparat gemeinsam mit Pfizer. Die Phase-3-Daten zeigten eine Wirksamkeit von über 70 Prozent. Im zweiten Halbjahr 2026 wollen die Partner die Zulassung beantragen.

Geben die Behörden grünes Licht, könnte der Impfstoff 2027 auf den Markt kommen. Bis dahin muss Valneva beweisen, dass die drastischen Einschnitte im operativen Geschäft wirken.