Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat den Zulassungsantrag für den gemeinsam mit Pfizer entwickelten Lyme-Borreliose-Impfstoffkandidaten PF-07307405 validiert und beginnt nun mit dessen Bewertung.

Pfizer und Valneva teilten mit, die Anwendung stütze sich auf Ergebnisse einer späten Studienphase, der Impfstoff sei gut verträglich gewesen, Sicherheitsbedenken habe es keine gegeben. Für Anleger ist das der bislang klarste kursrelevante Auslöser der vergangenen Wochen.

Nur einen Tag zuvor hatte Valneva sein Zahlenwerk für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt – und das fällt deutlich nüchterner aus. Der Umsatz lag laut Reuters bei 65,84 Millionen Euro, unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 63,28 Millionen Euro. Reuters führte den Rückgang unter anderem auf den geplanten Rückzug aus Drittvertriebsgeschäften zurück, der die Erlöse belastete.

Liquidität und Ausblick bestätigt

Trotz des roten Halbjahres hält Valneva an seiner Jahresprognose fest. Das Unternehmen bekräftigte die Umsatzguidance für Produktverkäufe von 135 bis 150 Millionen Euro sowie eine Gesamtumsatzprognose von 145 bis 160 Millionen Euro für 2026. Gestützt wird das operative Geschäft durch eine Kapitalerhöhung über 37 Millionen Euro: Zum 30. Juni verfügte Valneva über liquide Mittel von 121,53 Millionen Euro.

Marktbeobachter verweisen zudem auf eine Konsensschätzung für den Jahresumsatz von 151,1 Millionen Euro, die allerdings vor den jüngsten Entwicklungen entstand und nur als grobe Einordnung taugt.

Kurs bereits weit gelaufen

Die Aktie hat die Zulassungsfantasie längst eingepreist: Über sieben Tage steht ein Plus von 21 Prozent zu Buche, auf Monatssicht summiert sich der Anstieg auf 38 Prozent. Am Dienstag gab das Papier um 2,6 Prozent auf 2,98 Euro nach – ein Signal dafür, dass nach dem steilen Anstieg zumindest kurzfristig Gewinne mitgenommen werden. Seit Jahresbeginn liegt Valneva dennoch weiterhin im Minus.

Die Diskrepanz zwischen der operativen Realität – sinkende Umsätze, hoher Verlust – und der Kursdynamik rund um die EMA-Nachricht zeigt, wie stark die Bewertung inzwischen von der Zulassungsperspektive für PF-07307405 abhängt.

Ob und wann die Behörde eine Entscheidung trifft, ist offen. Bis dahin bleibt die Aktie ein Wetteinsatz auf ein regulatorisches Ereignis, während das Kerngeschäft laut den vorgelegten Zahlen noch keine Trendwende signalisiert.