Neuer Verwaltungsratschef, neuer Firmensitz, alte Kursschwäche. Bei Valneva ändert sich auf der Führungsebene einiges. An der Börse zeigt das bislang keine Wirkung.

Die Aktionäre des Impfstoffherstellers stimmten auf der Hauptversammlung am 25. Juni 2026 in Lyon allen Vorschlägen des Verwaltungsrats zu. Sie billigten den Jahresabschluss 2025 und verlängerten die Ermächtigungen zum Kapital. Zudem beschlossen sie die Verlegung des eingetragenen Firmensitzes nach Lyon.

Frankreich-Standort konzentriert sich in Lyon

Der Umzug folgt auf die Schließung des Standorts Nantes. Valneva bündelt damit alle französischen Aktivitäten in Lyon. Die Forschung und Entwicklung läuft künftig zentral in Wien.

An der Spitze des Verwaltungsrats übernimmt Dr. Gerd Zettlmeissl das Ruder. Der unabhängige Direktor bringt über vier Jahrzehnte Erfahrung in der Biopharma-Branche mit, speziell im Impfstoffgeschäft. Er löst Anne-Marie Graffin ab, die dem Gremium als Vize-Vorsitzende erhalten bleibt.

Die Hauptversammlung bestätigte außerdem fünf weitere Mandate. Anne-Marie Graffin, James Sulat und Kathrin Jansen wurden für ein Jahr wiedergewählt, James Connelly für zwei Jahre. CEO Thomas Lingelbach erhielt das längste Mandat: drei Jahre.

Der Kurs bleibt unter Druck

An der Börse hinterlassen die Personalentscheidungen bislang keine Spuren. Valneva schloss am Dienstag bei 2,27 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast 41 Prozent verloren, auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von knapp 8 Prozent zu Buche.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 5,16 Euro aus dem August 2025 trennen die Aktie mittlerweile mehr als 56 Prozent. Zum Tief von 2,13 Euro, erst Anfang Mai markiert, beträgt der Abstand nur gut 6 Prozent. Der Kurs notiert damit näher am Jahrestief als am Jahreshoch — ein Bild, das die Schwäche der vergangenen Monate unterstreicht.

Auch die gleitenden Durchschnitte zeichnen ein klares Bild. Der 50-Tage-Schnitt liegt bei 2,39 Euro, der 200-Tage-Schnitt bei 3,52 Euro. Die Aktie notiert unter beiden Marken, zum langfristigen Durchschnitt beträgt der Rückstand mehr als 35 Prozent.

Der RSI von 42,4 signalisiert weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen. Die annualisierte Volatilität von knapp 32 Prozent zeigt: Ruhig ist die Aktie trotzdem nicht.

Valneva entwickelt und vertreibt Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten, darunter Reiseimpfstoffe sowie Kandidaten gegen Lyme-Borreliose in Partnerschaft mit Pfizer, Shigellose und Zika. Die neue Führung um Zettlmeissl und Lingelbach muss nun zeigen, ob sich die operativen Fortschritte im Pipeline-Geschäft auch im Kurs niederschlagen.