Der französische Impfstoffhersteller Valneva greift hart durch. Das Management streicht Stellen und kürzt die Ausgaben massiv. An der Börse verpufft diese Maßnahme bisher völlig. Die Aktie rutscht weiter ab und nähert sich gefährlich ihrem Jahrestief.
Auslöser der Talfahrt sind die enttäuschenden Zahlen zum ersten Quartal. Der Umsatz brach um 37 Prozent ein. Unter dem Strich steht ein Nettoverlust von 32,1 Millionen Euro. Das Reisegeschäft schwächelt spürbar.
Die Konzernspitze reagiert mit einem harten Sanierungsprogramm. Weltweit müssen 10 bis 15 Prozent der Belegschaft gehen. Parallel dazu sinken die operativen Kosten um bis zu ein Drittel.
Für das Gesamtjahr 2026 rudert Valneva zurück. Der Vorstand erwartet nur noch Erlöse zwischen 135 und 150 Millionen Euro. Ein Grund dafür sind schwächere Verkäufe von Fremdprodukten.
Gefährliche Charttechnik
Am Aktienmarkt spiegelt sich die Krise deutlich wider. Aktuell notiert das Papier bei 2,32 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf fast 40 Prozent.
Der Abstand zu wichtigen Trendlinien wächst. Die 200-Tage-Linie verläuft bei 3,73 Euro und ist in weite Ferne gerückt. Die Folge: permanenter Verkaufsdruck.
Nun rückt eine kritische Marke in den Fokus. Fällt der Kurs unter das 52-Wochen-Tief von 2,13 Euro, drohen weitere Abverkäufe. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 38 noch keinen überverkauften Zustand.
Blick nach vorn
Im Juni sucht das Management verstärkt den Dialog mit Investoren. Auf mehreren Konferenzen in Europa und den USA präsentiert Valneva seine Pipeline. Im Zentrum steht dabei der Borreliose-Impfstoffkandidat. Diesen entwickelt das Unternehmen gemeinsam mit Pfizer.
Am 25. Juni folgt der nächste offizielle Termin. Dann lädt Valneva zur Hauptversammlung nach Lyon. Dort stimmen die Aktionäre über den künftigen Kurs des Unternehmens ab.
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