Ein neuer Fed-Chef, fünf Großbanken, ein Inflationswert – und mittendrin ein Dividenden-ETF, der von all dem profitiert. Der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF schloss am Dienstag bei 53,49 Euro. Damit nähert sich der Fonds seinem 52-Wochen-Hoch, während gleich zwei markterschütternde Ereignisse binnen 24 Stunden zusammenfielen.

Warshs erster Auftritt vor dem Kongress

Fed-Chef Kevin Warsh trat am Dienstag erstmals als Notenbankchef vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses auf. Seine Botschaft: Die Notenbank toleriere keine dauerhaft erhöhte Inflation. Man werde die Preisstabilität wiederherstellen.

Der Auftritt fiel auf denselben Tag wie ein Regierungsbericht zu den Verbraucherpreisen. Diese stiegen im Juni um 3,5 Prozent im Jahresvergleich – weniger als die 4,2 Prozent im Mai, als die Ölpreise noch höher lagen. Warsh warnte jedoch davor, einen einzelnen Monatswert zu überinterpretieren. Manche würden angesichts der Zahlen vielleicht „Mission erfüllt“ rufen, sagte er – das sei aber nicht seine Einschätzung.

Für zinssensitive Dividendenstrategien war ein anderer Punkt entscheidend. Warsh gab keinerlei Hinweis auf den nächsten geldpolitischen Schritt. Das Rate-Setting-Komitee der Fed tagt als Nächstes am 28. und 29. Juli – und ist tief gespalten. Etwa die Hälfte der 19 Entscheidungsträger rechnet bereits mit höheren Zinsen bis Jahresende.

Großbanken übertreffen die Erwartungen

Am selben Morgen legten gleich alle fünf größten US-Banken ihre Quartalszahlen vor: JPMorgan Chase, Bank of America, Goldman Sachs, Wells Fargo und Citigroup. Zusammen verwalten diese Institute über 13 Billionen Dollar an Vermögenswerten – und sie sind im Finanzsektor-Anteil des VanEck-ETFs prominent vertreten.

Die Zahlen fielen deutlich besser aus als erwartet. JPMorgan meldete einen Gewinn je Aktie von 6,14 Dollar, der Analystenkonsens hatte nur 5,85 Dollar erwartet. Beim Umsatz übertraf die Bank die Prognose von 50,19 Milliarden Dollar sogar mit 58,02 Milliarden Dollar – einer der größten Überraschungseffekte der jüngeren Berichtssaison. Wells Fargo lieferte ebenfalls solide Werte: 6,4 Milliarden Dollar Nettogewinn bei 22,6 Milliarden Dollar Quartalsumsatz.

Banken gelten als zyklische Geschäfte. Wenn Kreditinstitute zuversichtlich über Kreditnachfrage und Kreditqualität sprechen, sagt das mehr über die Gesamtwirtschaft aus als nur über den Bankensektor selbst.

Kursverlauf spiegelt neues Vertrauen

Die Kombination aus robusten Bankgewinnen und einem Fed-Chef, der sich nicht auf weitere Straffungen festlegen will, stützt genau das defensive, einkommensorientierte Profil, auf dem die VanEck-Strategie aufbaut. Der Fonds notiert nur noch 1,82 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 54,48 Euro, erreicht am 8. April 2026. Er liegt komfortabel über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 52,41 Euro und seinem 200-Tage-Durchschnitt von 49,91 Euro.

Seit Jahresbeginn hat der Fonds 10,61 Prozent zugelegt, auf Zwölfmonatssicht sogar 26,53 Prozent. Der RSI-Wert über 14 Tage liegt bei 66,2 – der Fonds nähert sich damit überkauftem Terrain, hat es aber noch nicht erreicht. Das lässt Raum für weiteres Aufwärtspotenzial, sollte die Berichtssaison zusammen mit den Fed-Kommentaren weiter zinssensitive Dividendenwerte begünstigen. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 8,67 Prozent zeigt: Trotz zugespitzter Makro-Schlagzeilen bleibt das Handelsumfeld vergleichsweise ruhig.

Warsh tritt bereits am Mittwoch vor dem Bankenausschuss des Senats auf – ein zweiter Stimmungstest binnen 24 Stunden. Mit Bank of America, Goldman Sachs und Citigroup, die den Berichtsreigen komplettieren, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen, ob die Stärke des Bankensektors und damit auch das dividendenlastige Portfolio des VanEck-Fonds ihren Schwung Richtung Rekordniveau fortsetzen können.