Der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF notiert bei 53,06 Euro. Damit fehlen nur noch 2,61 Prozent bis zum 52-Wochen-Hoch von 54,48 Euro, erreicht am 8. April 2026. Auf Jahressicht steht der Fonds mit fast 26 Prozent im Plus. Während das Flaggschiff neue Höhen anpeilt, hat VanEck gerade einen ex-US-Ableger auf den Markt gebracht — mit einem völlig anderen Start.

Die 5-Prozent-Regel greift

Der Fonds verwaltet inzwischen 8,3 Milliarden Euro, ist in den Niederlanden aufgelegt und läuft seit Mai 2016. Sein Index erlaubt keiner Einzelaktie mehr als 5 Prozent Gewicht im Portfolio. Diese Regel griff zuletzt bei Exxon Mobil: Der Ölkonzern war auf über 5,6 Prozent gestiegen und musste zurückgestutzt werden.

Das freigewordene Kapital verteilte sich auf die übrigen rund 100 Positionen im Index. Genau dieser Mechanismus soll verhindern, dass einzelne Werte die Wertentwicklung dominieren. Schwerpunkte bleiben klassische Dividendensektoren: Finanzwerte, Gesundheit und Basiskonsumgüter. Ausschüttungen erfolgen vierteljährlich, die nächste im September.

VanEck baut die Produktfamilie aus

Anfang des Jahres brachte VanEck einen neuen Fonds an den Start, der gezielt US-Aktien ausklammert. Er bildet den Morningstar Developed Markets ex-US Large Cap Dividend Leaders Screened Select Index ab. Der Index gewichtet Aktien nach der Summe der gezahlten Dividenden der letzten zwölf Monate und filtert Tabak, Kohleförderung sowie konventionelle Rüstung heraus.

Der eigentliche Auslöser für den neuen Fonds war ein strukturelles Problem. VanEck-Produktmanager Dmitrii Ponomarev erklärt, der niederländische Fondssitz habe es bislang unmöglich gemacht, eine thesaurierende Anteilsklasse für das Dividenden-Flaggschiff anzubieten. Der neue Ableger schließt diese Lücke.

Der Start verlief bescheiden. Mit einem Startvolumen von rund 10 Millionen Dollar reinvestiert der Fonds sämtliche Erträge automatisch in die zugrunde liegenden Aktien, statt sie auszuschütten. Das spricht Anleger an, die auf Zinseszinseffekte statt auf regelmäßige Cashflows setzen. Die laufenden Kosten liegen bei 0,38 Prozent — genauso hoch wie beim etablierten Fonds.

Eine weitere Variante mit Sitz in Irland kam am 17. April 2026 hinzu. Sie bildet denselben Index per vollständiger Replikation ab und reinvestiert ebenfalls alle Dividenden. Mit 9 Millionen Euro verwaltetem Vermögen ist sie bislang ein Nischenprodukt.

Charttechnik spricht für das Flaggschiff

Der etablierte Fonds notiert derzeit 1,36 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 52,35 Euro und 6,77 Prozent über der 200-Tage-Linie bei 49,70 Euro. Der RSI von 63,7 signalisiert stetiges, aber nicht überhitztes Kaufinteresse. Die Nähe zum Allzeithoch zeigt: Die etablierte Strategie mit US-Gewichtung zieht weiterhin Kapital an, obwohl VanEck sein Angebot um schmalere, regionale Alternativen erweitert.

Für Dividendenanleger stellt sich damit eine klare Wahl. Auf der einen Seite steht ein zehn Jahre erprobter, ausschüttender Fonds mit niederländischem Sitz und breiter US-Beimischung. Auf der anderen Seite ein junger, steuereffizienter thesaurierender Fonds, der US-Werte bewusst meidet. Noch hält das Flaggschiff dank Größe und Kursmomentum die Führung, während die neuen Geschwister erst noch Anleger von sich überzeugen müssen.