Internationale Dividendentitel gewinnen als Depotbaustein an Bedeutung. Auslöser ist eine Empfehlung von Morningstar, die dividendenorientierte Strategien als defensive Diversifikation gegenüber hoch bewerteten Wachstums- und KI-Titeln ins Spiel bringt. Der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF, der genau solche Titel bündelt, profitiert von dieser Debatte.
Höhere Renditen außerhalb der USA
Der Morningstar-Indexstratege Dan Lefkovitz verwies vor rund zwei Wochen darauf, dass der Morningstar International Dividend Leaders Index inzwischen eine Rendite von 5,25 Prozent erreicht. Damit liegt er über vergleichbaren US-Dividendenindizes.
Als Grund nannte Lefkovitz die geringeren Investitionen internationaler Unternehmen in KI-Infrastruktur sowie weniger umfangreiche Aktienrückkäufe außerhalb der Vereinigten Staaten.
Für Anleger, die auf laufende Erträge setzen, ergibt sich daraus ein Argument für international ausgerichtete Dividendenstrategien – ein Segment, in dem der VanEck-ETF mit seinem Fokus auf entwickelte Märkte positioniert ist.
Der Morningstar-Analyst Drew Carter griff diesen Gedanken auf und empfahl dividendenfokussierte ETFs, darunter solche, die Morningstar-Dividendenindizes abbilden, ausdrücklich als Werkzeug für Anleger, die ihr Depot von hoch bewerteten Wachstumswerten weg umschichten wollen.
Diese Einordnung stützt die These, dass Dividendenstrategien in der aktuellen Marktphase als Absicherung gegen Bewertungsrisiken bei Technologie- und Large-Cap-Wachstumswerten dienen können.
Kursniveau nahe Jahreshoch
Der ETF notierte am Freitag bei 55,47 Euro und damit nur 0,9 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 55,99 Euro, das er im laufenden Monat markiert hatte.
Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 15 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sind es 25 Prozent. Das Papier notiert damit deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 51,50 Euro, ein Zeichen für den intakten mittelfristigen Aufwärtstrend.
Ein technischer Screener stufte den Fonds Ende der vergangenen Woche als kurzfristigen Kaufkandidaten ein, gestützt auf einen Kursanstieg von 1,12 Prozent über die vorangegangenen 14 Handelstage. Solche automatisierten Signale bilden allerdings nur einen kurzfristigen Trend ab und sagen wenig über die fundamentale Attraktivität der zugrunde liegenden Dividendenstrategie aus.
Gegenläufige Mittelflüsse beim Anbieter
Auf Anbieterebene zeigte sich zuletzt ein widersprüchliches Bild. In der Woche vom 17. bis 21. August verzeichnete VanEck unter allen ETF-Anbietern die größten Nettoabflüsse, insgesamt wurden 1,04 Milliarden Dollar aus dem gesamten Fondsangebot abgezogen.
Getrieben wurde dies vor allem von Rückgaben bei den auf Halbleiter ausgerichteten Produkten des Hauses – ein Segment, das mit dem Dividenden-ETF inhaltlich nichts gemein hat. Für Anleger im Dividendensegment ist dieser Trend daher kein direktes Warnsignal, verdeutlicht aber, wie unterschiedlich sich Themenschwerpunkte innerhalb desselben Anbieters derzeit entwickeln.
Die Kombination aus stabiler Kursentwicklung nahe dem Jahreshoch und der wachsenden Aufmerksamkeit für internationale Dividendenrenditen positioniert den ETF in einem Marktumfeld, in dem viele Anleger nach Alternativen zu hoch bewerteten Wachstumswerten suchen.
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