Während Tech-Anleger am Freitag panisch auf den Ausgang drückten, freuten sich Dividendenjäger über Zuflüsse. Der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF beendete die Woche mit einem Plus von 0,68 Prozent. Der Schlusskurs lag bei 53,17 Euro.

Der Grund: Eine spürbare Kapitalrotation weg von Wachstumswerten. Allein am Freitag zogen Anleger rund 1,6 Milliarden Dollar aus großen Tech- und Growth-ETFs ab. Der QQQ verlor 603 Millionen Dollar, der IWF 504 Millionen Dollar.

Warum Dividendenwerte plötzlich gefragt sind

Morgan Stanley warnte zuletzt vor „deutlich überkauften“ Halbleiterwerten. Die Branche hatte seit Jahresbeginn massive Kursgewinne verzeichnet. Diese Warnung dürfte den Umschwung hin zu Plattform-Betreibern und wertorientierten Strategien beschleunigt haben.

Der VanEck-ETF setzt auf verlässliche Dividendenzahler aus entwickelten Volkswirtschaften. Genau dieses Profil macht ihn zum Nutznießer der breiteren Marktrotation. Über die vergangenen sieben Handelstage kletterte der Fonds um 0,97 Prozent.

ETF-Branche verzeichnet Rekordzuflüsse

Der Aufwind bei VanEck fällt in eine Phase außergewöhnlich starker Nachfrage nach ETFs generell. Laut ICI-Daten für die Woche bis zum 1. Juli flossen 32,3 Milliarden Dollar netto in ETFs. Klassische Investmentfonds mit langer Laufzeit verzeichneten dagegen Abflüsse von 28,87 Milliarden Dollar.

Aktien-ETFs allein sammelten in diesem Zeitraum 19,70 Milliarden Dollar ein. Morningstar-Daten zeigen zudem einen strukturellen Wandel: ETFs machen inzwischen 55 Prozent aller Modellportfolio-Allokationen aus. Vor fünf Jahren waren es erst 43 Prozent.

Diese systemische Verschiebung hin zum ETF-Mantel stärkt die Liquidität und Nachfrage bei etablierten Einkommensfonds wie dem VanEck-Produkt.

Charttechnik: Nahe am Rekord, aber noch Luft nach oben

Der Fonds notiert derzeit 1,52 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 52,38 Euro. Die 30-Tage-Performance zeigt einen stetigen Anstieg von 2,59 Prozent, die Jahresperformance liegt bei 9,95 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 54,48 Euro, erreicht am 8. April, fehlen noch 2,40 Prozent.

Der Relative-Stärke-Index steht bei 62,6. Das signalisiert eine Annäherung an überkaufte Zonen, bleibt aber unter der kritischen Marke von 70. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage blieb mit 9,96 Prozent vergleichsweise stabil.

Marktteilnehmer richten den Blick nun auf die anstehende Berichtssaison zum zweiten Quartal. Sie dürfte die Widerstandsfähigkeit des Marktes auf die Probe stellen. Der „Turbu-lens“-Indikator von UBS signalisiert mit einem Wert von 0,9 zum 11. Juli extreme Fragilität im Markt.

Der S&P 500 steht unter dem Druck hoher Erwartungen: Analysten rechnen mit einem Gewinnwachstum von 24 Prozent. Die Ausweitung der Rally auf Mid-Caps und Value-Titel deutet auf ein ausgewogeneres Marktumfeld für die zweite Jahreshälfte hin. Sollte sich die Tech-Volatilität in den kommenden Wochen verschärfen, dürfte die Nachfrage nach defensiven Dividendenwerten wie diesem ETF weiter steigen.