Der Freitag brachte einen herben Rückschlag für Anleger in Goldminen-Aktien. Der VanEck Gold Miners ETF stürzte um 6,34 Prozent auf 118,52 AUD ab. Ein scharfer Kontrast zur positiven Vorwoche, in der der Fonds noch knapp fünf Prozent zugelegt hatte.

Auslöser des Ausverkaufs: die US-Notenbank schaltet auf aggressiv.

Fed signalisiert weitere Zinserhöhungen

Das Federal Reserve unter Führung von Kevin Warsh ließ am Mittwoch keine Zweifel: Der Kampf gegen die Inflation bleibt die oberste Priorität. Neun der 19 geldpolitischen Entscheidungsträger rechnen inzwischen mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung im zweiten Halbjahr 2026.

Die Märkte reagierten sofort. Der US-Dollar kletterte auf ein Ein-Jahres-Hoch. Gold als klassische Gegenwährung geriet massiv unter Druck. Der Spotpreis fiel am Freitag auf rund 4.150 Dollar je Feinunze – der tiefste Stand seit über einer Woche.

Die Logik dahinter: Steigende Zinsen machen zinslose Anlagen wie Gold weniger attraktiv. Die Goldminen-Branche leidet doppelt – fallende Rohstoffpreise treffen direkt die Gewinnerwartungen der Förderunternehmen.

Goldman Sachs kappt Gold-Prognose

Verschärfend kam eine neue Analyse von Goldman Sachs hinzu. Die Investmentbank senkte ihre Jahresendprognose für Gold um 500 Dollar auf 4.900 Dollar. Sollte die Fed tatsächlich die Zinsen anheben, drohe ein weiterer Rückgang auf 4.400 Dollar.

Für den VanEck Gold Miners ETF ist die Lage damit angespannt. Der 14-Tage-RSI liegt bei 42,2 Punkten – nahe der überverkauften Zone. Gleichzeitig erreicht die annualisierte 30-Tage-Volatilität 53,63 Prozent. Ein klares Zeichen für die extremen Kursschwankungen im Minensektor.

Neubesetzung im Index

Parallel zum Kurseinbruch vollzog der Fonds planmäßig sein Quartals-Rebalancing. Neu im Portfolio: Aya Gold & Silver, ein kanadischer Edelmetallproduzent mit Minen in Marokko.

Das mit Abstand größte Fondsholding Newmont erhielt unterdessen grünes Licht für ein langfristiges Projekt. Die Genehmigung für die Red Chris Mine in British Columbia erlaubt den Übergang vom Tagebau zum unterirdischen Blockbau. Das verlängert die Lebensdauer der Mine potenziell bis in die 2040er Jahre.

Die entscheidende Frage für die kommenden Wochen: Bleibt die Fed bei ihrer harten Linie, oder lockern sich die geldpolitischen Aussagen nach schwächeren Inflationsdaten? Die nächsten US-Verbraucherpreiszahlen werden hierfür den entscheidenden Hinweis liefern.