Der niederländische Sitz von VanEcks Vorzeige-Dividenden-ETF war lange Zeit ein klarer Vorteil. Lokale Anleger profitierten von steuerlichen Rückerstattungen. Inzwischen erweist sich die Struktur als Hindernis für das weitere Wachstum. Der Emittent reagiert nun mit einem strategischen Umweg über Irland.

Am 23. April listete VanEck den Morningstar Developed Markets ex-US Dividend Leaders (TDVX) an der Londoner Börse. Der neue Fonds spiegelt die Methodik des etablierten globalen Schwester-ETFs TDIV wider. Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Ausgestaltung. Die irische Fondsstruktur ermöglicht erstmals eine thesaurierende Anteilsklasse. Beim niederländischen Original war dies laut Produktmanager Dmitrii Ponomarev aus regulatorischen Gründen nicht machbar.

Um das eigene Flaggschiffprodukt nicht zu kannibalisieren, klammert der Neuling den US-Markt bewusst aus. Diese Rotation aus US-Werten heraus trifft aktuell einen Nerv. Im ersten Quartal 2026 flossen globalen Dividendenstrategien rund 24 Milliarden US-Dollar zu. Das markiert das stärkste Auftaktquartal der vergangenen vier Jahre.

Auch an der Börse spiegelt sich das rege Interesse wider. Der etablierte TDIV-Fonds notiert mit 52,15 Euro nur hauchdünn unter seinem Jahreshoch. Seit Januar verzeichnet das Papier ein Kursplus von knapp acht Prozent. Auf Sicht von einem Jahr steht ein Zuwachs von rund 24 Prozent auf der Kurstafel.

Strenge Filter für nachhaltige Renditen

Der zugrundeliegende Index filtert weltweit die 100 stärksten Dividendenzahler heraus. Die Aufnahmekriterien sind strikt. Unternehmen dürfen ihre Ausschüttung im Fünfjahresvergleich nicht gekürzt haben. Ferner darf die erwartete Ausschüttungsquote 75 Prozent nicht überschreiten. Ein Sektor-Deckel verhindert übermäßige Klumpenrisiken.

Aktuell dominieren Finanzwerte, Energiekonzerne und der Gesundheitssektor das Portfolio. Für Anleger des ausschüttenden TDIV zahlte sich diese Auswahl zuletzt aus. Im Jahr 2025 schüttete der Fonds 1,98 US-Dollar je Anteil aus. Das durchschnittliche Dividendenwachstum der vergangenen drei Jahre liegt bei fast 17 Prozent.

Die nächste reguläre Ausschüttung des Basis-ETFs steht im Juni an. Mit dem neuen irischen Schwesterfonds deckt VanEck nun beide Seiten des Marktes ab. Steuerbewusste Anleger, die Erträge automatisch reinvestieren wollen, haben ab sofort eine passende Alternative im Portfolio.