Der VanEck Seltene Erden ETF (ISIN IE0002PG6CA6) hat am Donnerstag 3,3 Prozent verloren und schloss bei 9,12 Euro. Ein konkreter Auslöser für den Rückgang lässt sich in der aktuellen Berichterstattung nicht ausmachen.
Ein globaler Marktbericht der Nachrichtenagentur AP verwies am heutigen Freitag auf einen Ausverkauf bei KI-Aktien sowie steigende Ölpreise als Belastungsfaktoren für die Weltbörsen, stellte dabei aber keinen Zusammenhang zu Seltenerd-Aktien oder dem Fonds her.
Ein bekanntes Muster: Entkopplung von Preis und Aktienkurs
Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits seit Tagen diskutiert wird. Das auf kritische Rohstoffe spezialisierte Analystenteam von Canaccord Genuity hatte vor rund drei Wochen festgestellt, dass Seltenerd-Aktien trotz fester Rohstoffpreise schwach liefen.
Als Grund nannten die Analysten damals globale makroökonomische Faktoren, nicht fundamentale Probleme im Sektor selbst. Diese Einschätzung lag zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung quer zur Entwicklung der zugrunde liegenden Rohstoffpreise, die sich robuster zeigten als die Kurse der Förderer und Verarbeiter.
Auch in den USA zeigte sich das Bild nicht anders: Berichten zufolge rutschten Seltenerd- und Uranproduzenten dort in Richtung ihrer 52-Wochen-Tiefs, obwohl die physische Versorgungslage am Markt als angespannt gilt. Die Diskrepanz zwischen robusten Rohstoffpreisen und schwachen Aktienkursen zieht sich damit durch den gesamten Sektor und bleibt bislang unerklärt.
China meldet steigende Exporte
Auf der fundamentalen Seite gab es zuletzt eher positive Signale. China vermeldete, dass die Seltenerd-Exporte im September um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen seien. Die Zollbehörden begründeten dies mit einer Erholung der Nachfrage aus dem Ausland nach einer schwächeren Sommerperiode. Ein direkter Zusammenhang zwischen diesen Exportdaten und der jüngsten Kursentwicklung des Fonds lässt sich den Berichten jedoch nicht entnehmen.
Für Anleger bleibt damit eine ungewöhnliche Gemengelage bestehen: Die Angebotsseite in China zeigt sich stabil bis wachsend, während die Kurse der Produzenten und damit auch der Fonds weiter unter Druck stehen. Mit dem gestrigen Rückgang bewegt sich der Kurs nur noch 1,8 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 8,96 Euro, das am 22. Oktober markiert wurde.
Keine Klarheit in Sicht
Solange weder Unternehmensmeldungen noch makroökonomische Berichte eine schlüssige Erklärung für die Kursverluste liefern, bleibt der Markt auf Vermutungen angewiesen.
Die parallele Schwäche bei KI-Aktien könnte ein Hinweis auf eine generelle Risikoaversion institutioneller Investoren sein, die auch wachstumsnahe Rohstoffsektoren erfasst – belegt ist dieser Zusammenhang für den Fonds bislang aber nicht.
Anleger sollten die kommenden Handelstage beobachten, um zu sehen, ob sich die Entkopplung zwischen Rohstoffpreisen und Aktienkursen auflöst oder weiter verfestigt.
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