Der Streit um Seltene Erden zwischen China und Japan verschärft sich – mit direkten Folgen für den VanEck Seltene Erden ETF (ISIN IE0002PG6CA6). Japan bat die Vereinigten Staaten am Dienstag darum, auf China einzuwirken, die Exportbeschränkungen für Seltene Erden zu lockern.
Hintergrund ist laut Financial Times die Sorge, Japan könne innerhalb weniger Monate einen Engpass bei Yttrium erleiden – einem Metall, das unter anderem in Hochleistungsmagneten und Lasern benötigt wird.
China wies die Kritik zurück. Außenamtssprecherin Mao Ning verteidigte am Mittwoch die Exportbeschränkungen gegenüber Japan und begründete sie laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu mit Sorgen über eine „Remilitarisierung“ Japans.
Die Äußerung zeigt, wie eng Peking die Kontrolle über Seltene Erden inzwischen als außenpolitisches Druckmittel einsetzt – ein Muster, das bereits im Zusammenhang mit den im September verhängten Exportbeschränkungen für Seltenerd-Magnete sichtbar wurde.
Abnehmer suchen Alternativen
Die Unsicherheit über Lieferketten treibt mittlerweile auch Großkonzerne zum Umdenken. Taiwan Semiconductor Manufacturing Company hat vor rund zwei Tagen laut Reuters Zulieferer zu Motoren ohne Seltene Erden für Fabrikautomatisierung befragt, um die Abhängigkeit von chinesischen Exportkontrollen zu verringern.
Die Gespräche stecken Reuters zufolge noch in einem frühen Stadium, eine breite Umstellung ist bislang nicht erkennbar. Dennoch unterstreicht der Vorstoß eines der weltweit wichtigsten Technologieunternehmen, wie ernst die Industrie das Risiko einer erneuten Lieferunterbrechung nimmt.
Für Anleger im VanEck Seltene Erden ETF bedeutet das eine Gemengelage aus geopolitischem Risiko und industriellem Gegenwind: Einerseits verschärft der Streit zwischen Peking und Tokio die Knappheitssorgen bei einzelnen Metallen wie Yttrium, was preistreibend wirken könnte.
Andererseits signalisieren Initiativen wie die von TSMC, dass Großabnehmer langfristig an einer Reduzierung ihrer Abhängigkeit arbeiten – ein Faktor, der die Nachfrageseite perspektivisch belasten könnte.
Kursbild bleibt angeschlagen
Am Kursverlauf zeigt sich die Nervosität deutlich. Der ETF schloss am Freitag bei 9,15 Euro, nach einem Rückgang von 4,0 Prozent innerhalb von sieben Tagen. Auf Jahressicht summiert sich das Minus auf 27 Prozent seit Jahresbeginn. Zum 52-Wochen-Hoch von 18,76 Euro, erreicht im Mai, beträgt der Abstand 51 Prozent – ein Hinweis darauf, wie stark sich die Stimmung rund um den Sektor seither eingetrübt hat.
Die geopolitische Lage zwischen China und Japan dürfte in den kommenden Wochen ein zentraler Belastungsfaktor für den Sektor bleiben. Sollte Peking die Restriktionen gegenüber Tokio ausweiten oder verschärfen, könnten kurzfristig Preissprünge bei einzelnen Metallen folgen. Gleichzeitig wächst mit jedem Monat, in dem Abnehmer wie TSMC nach Alternativen suchen, das strukturelle Risiko für die langfristige Nachfrage nach Seltenen Erden.
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