Ein Milliardendeal für die Magnetproduktion außerhalb Chinas – und trotzdem rutscht der Kurs weiter ab. Der VanEck Seltene Erden ETF zeigt gerade, wie wenig gute Unternehmensnachrichten zählen, wenn der Gesamtmarkt unter Druck steht.
Am Mittwoch notiert der Fonds bei 13,38 Euro. Das sind 2,71 Prozent weniger als der Schlusskurs vom Dienstag. Auf Wochensicht summiert sich der Verlust auf 11,27 Prozent, binnen 30 Tagen sind es 9,55 Prozent. Die Jahresperformance bleibt mit einem Plus von 4,29 Prozent zwar positiv, auf Zwölfmonatssicht steht sogar ein Gewinn von 84,96 Prozent zu Buche.
Lynas baut die Magnet-Sparte aus
Eine der größten Portfoliopositionen des ETFs liefert aktuell positive Schlagzeilen. Lynas Rare Earths hat einen langfristigen Partnerschaftsvertrag mit dem südkoreanischen Unternehmen JS Link unterzeichnet. Ziel ist der Bau einer neuen Magnetfabrik im malaysischen Kuantan.
Der Deal baut auf einer Absichtserklärung vom Juli 2025 auf. Lynas investiert 50 Millionen US-Dollar in JS-Link-Eigenkapital und finanziert damit den Fabrikbau mit. Gleichzeitig liefert das Unternehmen Rohstoffe sowohl an die bestehende koreanische Anlage als auch an das neue Werk in Kuantan.
Die geplante Fabrik soll bis zu 3.000 Tonnen Permanentmagnete pro Jahr produzieren. Diese Magnete kommen in Elektrofahrzeugen, Windturbinen und Elektronik zum Einsatz. Der Liefervertrag läuft bis 2038 – eine Laufzeit, die Lynas einen exklusiven und langfristigen Wachstumspfad in der nachgelagerten Magnetproduktion eröffnet.
Charttechnik zeigt überverkaufte Lage
Die positive Lynas-Meldung kontrastiert deutlich mit der Kursschwäche des ETFs. Der Fonds notiert derzeit 28,68 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 18,76 Euro, erreicht am 11. Mai. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 16,17 Euro beträgt der Abstand 17,25 Prozent, zur 200-Tage-Linie von 14,40 Euro sind es 7,06 Prozent.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 27,9. Das signalisiert eine überverkaufte Marktlage. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 44,38 Prozent zeigt zugleich, wie schwankungsanfällig der Sektor Seltene Erden aktuell bleibt.
MP Materials bremst die Erholung
Neben der Lynas-Nachricht lastet weiterhin Druck auf einer anderen Kernposition des ETFs: MP Materials. Der US-Produzent steht unter Beobachtung, seit China das Unternehmen im Juni auf eine Exportkontrollliste gesetzt hat.
Die MP-Materials-Aktie fiel im Juni um 13,4 Prozent. Auslöser war die Entscheidung von Chinas Handelsministerium vom 22. Juni, MP Materials und USA Rare Earth auf eine Liste für Unternehmen mit vermeintlichen US-Militärbezügen zu setzen. Der Großteil des Kursrückgangs erfolgte direkt nach der Ankündigung.
MP Materials handelt zwar nicht direkt mit China. Die Maßnahme wirkt trotzdem indirekt: Das Exportverbot untersagt allen chinesischen Lieferanten, Dual-Use-Güter an die gelisteten Unternehmen zu liefern. Für MP Materials entstehen dadurch erhebliche sekundäre Risiken in der Lieferkette.
Zwei Schwergewichte, zwei Richtungen
Lynas und MP Materials zählen zu den einflussreichsten Positionen im Portfolio des ETFs. Ihre gegenläufigen Nachrichtenlagen dürften die kurzfristige Kursbewegung des Fonds mitbestimmen. Während Lynas die westliche Diversifizierung bei Magneten vorantreibt, bleibt MP Materials Spielball geopolitischer Gegenmaßnahmen aus Peking.
Die Wirkung des Lynas-Deals auf die Fondsperformance dürfte sich erst über mehrere Quartale zeigen. Bis dahin bestimmt vor allem die MP-Materials-Situation das kurzfristige Sentiment im Sektor.
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